Studie: Amerikaner religiöser als bisher angenommen

W a s h i n g t o n (PRO) - Während hierzulande immer mehr Menschen aus der Kirche austreten, sprießen in Amerika die Gläubigen nur so aus dem Boden - Megakirchen mit Tausenden Gottesdienstbesuchern haben großen Zulauf. Besonders die evangelikalen Protestanten, zu denen auch US-Präsident George W. Bush gehört, heben sich hervor: Sie stellen mittlerweile die größte religiöse Gruppe in den Vereinigten Staaten dar, so das Ergebnis aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen zum Gottesbild der Amerikaner.

Forscher der texanischen Baylor-Universität führten die umfangreichste Erhebung zur Bedeutung von Religion in den Vereinigten Staaten seit den 60er Jahren durch, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (F.A.Z.) am Dienstag. Die Ergebnisse geben einen tiefen Einblick in die religiöse Gesinnung, die Verhaltensweisen und den Glauben der Amerikaner.

Religiosität der Amerikaner bisher unterschätzt

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Religiosität der Amerikaner bislang falsch eingeschätzt worden sei. Die Zahl der Amerikaner, die keiner religiösen Gruppe angehören, sei um etwa zehn Millionen überschätzt worden. Ihr Anteil betrage nicht, wie in früheren Erhebungen angegeben, 14 Prozent, sondern nur etwas mehr als 10 Prozent, heißt es laut F.A.Z. in der "Baylor University Religion Survey". Insgesamt nur 5,2 Prozent der Bevölkerung bezeichneten sich als Atheisten.

Eine fehlende Zugehörigkeit der Amerikaner zu einer der traditionellen Glaubensgemeinschaften bedeute allerdings nicht, dass sich die amerikanische Gesellschaft säkularisiere, betonten die Forscher. Dies sei ein weit verbreiteter Irrtum.

Bush: Amerika erlebt Erweckungsbewegung

Die Ergebnisse der Wissenschaftler scheinen sich mit früheren Aussagen von US-Präsident Bush zu decken. Dieser sagte kürzlich in einem Pressegespräch, dass die Amerikaner offener den eigenen Glauben zum Thema machten. Er sprach sogar von einer "dritten Erweckungsbewegung" in Zeiten des Krieges gegen den Terrorismus. Viele seiner Landsleute nähmen, wie er selbst auch, den Kampf gegen den Terrorismus als "Konfrontation zwischen Gut und Böse" wahr, sagte er laut der F.A.Z. weiter.

Die Untersuchungen der Forscher zum Gottesbild der Amerikaner bestätigen zudem, was die Aussagen von Präsident Bush andeuten. Evangelikale Christen in Amerika tendieren zum Glauben an einen "autoritären Gott", der die Bösen auch straft, so die Forscher.

"Während Katholiken, weiße Protestanten und Juden Gott eher als überirdische Macht betrachten, die sich nicht in Angelegenheiten der Menschen einmischt, ist das Gottesbild der Evangelikalen geprägt von der Überzeugung, dass der Allmächtige neben ihrem persönlichen Leben auch internationale Angelegenheiten entscheidend beeinflusst," heißt es in der F.A.Z. Demnach sind zwei Drittel der Befragten, die an einen eingreifenden Gott glauben, der Überzeugung, dass die US-Regierung ihre Befugnisse im Kampf gegen den Terrorismus ausweiten sollte.

An der repräsentativen Erhebung der Baylor-Universität nahmen 1.721 Amerikaner teil.

Von: Christiane Leuckhardt

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