Interview mit Andreas Wecker: "Ich sehe den Presserummel ganz gelassen"

Turn-Olympiasieger Andreas Wecker ist in die Schlagzeilen geraten: Er hatte seine olympischen Medaillen im Internet versteigert, berichtete von seinem Neuanfang und Leben mit Gott. Wir haben mit Andreas Wecker gesprochen: über die Wirklichkeit, seinen Glauben und wie er mit den negativen Schlagzeilen umgeht.

von Matthias Schultz

pro: Herr Wecker, Sie sind kürzlich in die Schlagzeilen geraten, weil Sie Ihre olympische Goldmedaille für 26 Euro im Internet versteigern ließen. Wie kam es zu diesem Schritt, immerhin haben Sie Ihr ganzes Leben auf diese Medaillen hingearbeitet.

Wecker: Also erstmal waren es weit mehr als 26 Euro. Ich will Gott zu 100 Prozent folgen und habe den Ballast aus meinem alten Leben abgeben. Es war eine große Befreiung für mich.

pro: Die Berichte waren zum Teil sehr hämisch. Die “taz“ ernannte Sie zur “Gurke des Tages“. Andere sprachen von einem sektenähnlichen Umfeld, in dem Sie sich aufhalten, von einem “großen Sportler und seinem tiefen Fall“.

Wecker: Ich sehe das ganz gelassen. Ich bin diesen Leuten nicht böse, habe denen auch bereits vergeben. Ich stehe zu dem, was ich mache. Ich sage Gott auch nicht, wie groß der Sturm der Leute ist, sondern erzähle den Leuten, wie groß der Sturm von Gott ist.

"Resonanz positiv"

pro: Wie reagieren Leute aus Ihrem Umfeld jetzt?

Wecker: Ich bekomme viele E-Mails und Anrufe von Leuten, die mir Mut machen und mich unterstützen. Von daher ist die Resonanz positiv. Das ist mir wichtig. Ich habe in den letzten zehn Monaten viele Wunder erlebt, also überrascht mich das auch nicht mehr. Und mit den Leuten aus meinem “früheren Leben“ habe ich sowieso nichts mehr zu tun, daher interessiert mich das auch nicht.

pro: Wie kam es zu diesem Interview mit der “B.Z.“, das alles ins Rollen brachte?

Wecker: Zunächst: Der Berliner Kurier hat als erstes über meinen so genannten “tiefen Fall“ berichtet, obwohl sie überhaupt keine Ahnung haben. Daraufhin standen sofort Journalisten der “B.Z.“ vor meiner Tür und meinten, die Wahrheit ans Licht bringen zu wollen.

pro: Sie sprachen davon, jetzt als Missionar zu arbeiten. Was tun Sie genau?

Wecker: Wir sind ein großes Missionsteam, das sich vor mehr als einem Jahr in Berlin zusammengefunden hat. Darunter ist auch ein Pastor, der Kontakte zu Missionsteams in der ganzen Welt hat. Wir waren bereits auf Veranstaltungen in Spanien, Afrika und Amerika. Wir gehen raus und erzählen den Leuten von Gott.

pro: Wie sind Sie zum Glauben gekommen?

Wecker: Je tiefer ich nach meinen Verletzungen abgerutscht bin, umso tiefer bin ich auch mental gesunken. Ich kam auf die Esoterikschiene und ging sogar zu Wahrsagern. Bis ich dann Jesus kennen gelernt habe. Ich bin auch 34 Jahre in die falsche Richtung gelaufen. Ich war ganz oben und ganz unten. Selbst als gefeierter Sportstar hatte ich nicht diesen inneren Frieden, den ich heute durch meinen Glauben habe. Danach können die Leute meine Denkweisen verstehen. Viele haben durch meine Worte Zugang zum Glauben bekommen, haben sich bekehrt.

"Ich bin Feuer und Flamme"

pro: Sie sagten, dass Ihnen nach Selbstmordgedanken ein Gebet eingefallen sei, das Ihr Leben fortan veränderte. Wie sprang der Funke zum Glauben bei Ihnen über?

Wecker: Als ich mich umbringen wollte, spürte ich, dass mein Lenkrad aussetzte. Ich merkte aber auch eine seltsame Ruhe in mir. Und einen Tag nachdem ich das Gebet aussprach, bekam ich Besuch von Leuten, die mir von Jesus erzählten. Seitdem bin ich Feuer und Flamme.

Von: Matthias Schultz

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