Neue Produktionen für Handy-TV

M ü n c h e n (KEP) – Der Fortschritt der Medialisierung unserer Gesellschaft scheint keine Grenzen mehr zu kennen. Spätestens im Jahr 2006 werden Handybesitzer eigens produzierte Filme auf dem Display anschauen können.

Mehrere Sender arbeiten zurzeit an speziellen Produktionen, die für Handydisplays geeignet sind. Diese "Mobisodes" werden voraussichtlich im Jahr 2006 abrufbar sein, so Christian Senft, Sprecher von ProSieben Sat1.

60 Millionen Deutsche besitzen ein Handy – und nutzen es bisher hauptsächlich zum Telefonieren. In Zukunft können Nutzer Nachrichtensendungen oder Filme auf dem Handydisplay anschauen oder Radiosendungen live hören.

Handy-TV: der Wachstumsmarkt der Zukunft?

Obwohl die Umsätze mit Handy-TV noch bescheiden sind, sehen Experten hier den Wachstumsmarkt der Zukunft. Auf den Münchener Medientagen Ende Oktober waren sich Fachleute aus dem Fernseh- und Mobilfunkbereich einig: Unterhaltungs- und Informationssendungen für Handys stellen große Umsatzmöglichkeiten für die Zukunft dar.

Catherine Mühlmann, Geschäftsführerin des Musiksenders MTV, bezeichnete das Handy als "das Instrument der Zukunft". Durch die Einführung neuer Übertragungsstandards wie UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) und anderer technischer Möglichkeiten können Nachrichten, Informations- und Unterhaltungssendungen, Sport- und Musikprogramme zunehmend auf mobilen Endgeräten genutzt werden.

Daily-Soap als Handy-TV

In Deutschland gibt es bisher Angebote, die die Nutzer aus dem Fernsehen kennen. Die Serie "Gute Zeiten - Schlechte Zeiten" ist als Mobil-TV abrufbar. Die Folgen der Telenovela "Verliebt in Berlin" können sogar vor dem Ausstrahlungstermin über UMTS abgerufen werden. Der Mobilfunkbetreiber Vodafone startete bereits 2002 sein Multimedia-Angebot "Vodafone live!". Auch andere Mobilfunkbetreiber bieten diverse TV-Angebote gegen Bezahlung an. Voraussetzung ist allerdings die technische Ausstattung des Handys.

Nun aber sollen neue, auf die technischen Möglichkeiten der Handys abgestimmte Angebote her. "Um das Potenzial auszunutzen, brauchen wir gute zielgruppenspezifische Programmmarken", so Dr. Susanne Stürmer von der Ufa Film und TV Produktion. Zur Zeit arbeite die Ufa an neuen Angeboten für Handys. Dies könnten drei- bis vierminütige Serien sein, die eine abgeschlossene Geschichte erzählen. Vorbild für die neuen Formate ist Südkorea. Dort wählen die rund 200.000 Kunden bereits zwischen elf Video und 26 Audiokanälen für Mobile TV. Pro Monat bezahlen sie rund zehn Euro für das Angebot.

Interaktive Möglichkeiten für die Werbung

Weitere Möglichkeiten scheinen unausweichlich zu folgen: Technikstandards, wie DVB-H (Digitales Videoangebot für mobile Endgeräte) oder DMB (digitales Multimedia-Angebot), die zur Zeit noch nicht verfügbar sind, sollen künftig Interaktionen zwischen Nutzern und Produzenten ermöglichen. "Durch diesen direkten Rückkanal tun sich ungeahnte Möglichkeiten der Zuschauerbindung auf", erklärt Frederic Westerberg der Werbeagentur "Brand New World". "Plötzlich weiß man genau, wie die Nutzung des einzelnen aussieht und kann mit gezielten Angeboten und Werbung direkt auf den Kunden eingehen".

Damit es so weit kommt, müsse aber die Zusammenarbeit zwischen den Mobilfunkbetreibern und den Programmanbietern deutlich verbessert werden, darin waren sich die Experten einig.

Von: Kep

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