Rapper "Sido" provoziert mit Kreuzigungs-Szene

B e r l i n (KEP) - Der deutsche Rapper "Sido" ist in der Szene bekannt für seine provokanten Aktionen. In seinem neuesten Video "Steh wieder auf" ließ er sich kreuzigen: Das Video zeigt, wie der Rapper zuerst auf einem elektrischen Stuhl hingerichtet und nach seiner "Wiederauferstehung" gekreuzigt wird.

Wie "Bild" berichtet, sagte der Musiker in einer Stellungnahme, er sei der "Jesus der deutschen Rap-Szene".

"Sido", der mit wirklichem Namen Paul Würdig heißt, versteckte sich bis zum Februar 2005 bei öffentlichen Auftritten hinter einer Maske. In einem Interview mit dem Magazin "Stern" meinte er, seine Texte spiegelten nur wider, wie "die ganze Gesellschaft heutzutage" sei. 

Die Brutalität und provokante Art von "Sido" beschäftigte bereits früher die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Zwei seiner Alben stehen bereits auf dem Index für jugendgefährdende Musik und dürfen nicht an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden. Jetzt soll ein weiteres Album von "Sido" wegen der gewaltverherrlichenden und frauenfeindlichen Texte auf den Index.

Rap: Texte immer menschenverachtender

Ein weiterer Tonträger des Berliner Hip Hop-Labels Aggro Berlin von dem Rapper "Bushido" mit dem Titel "Vom Bordstein bis zur Skyline" soll indiziert werden. Wie das Hip Hop-Magazin rap.de berichtet, soll die Indizierung beider Titel am 30. September im Bundesanzeiger der BPjM öffentlich gemacht und damit rechtskräftig werden.
Grund dafür sind die menschenverachtenden Texte. Auf seinem neuen Album "Staatsfeind Nummer 1", das im November erscheint, singt "Bushido": "Ihr Tunten werdet vergast." Gegenüber der "Welt am Sonntag" schwächte er seinen Text ab: "Ich finde Schwule nicht cool, ganz einfach, so wie ich Golfspielen nicht cool finde."

Experten meinen, die Indizierung komme so spät, dass es fraglich ist, ob das Plattenlabel durch die Indizierung spürbare Konsequenzen erleben werde. Das Album "Maske" erschien bereits im Jahr 2004, das Album von "Bushido" stammt aus dem Jahr 2003.

Der deutsche HipHop sorgt seit mehreren Monaten für Schlagzeilen und wird von Medienexperten und Jugendlichen kontrovers diskutiert. Durch die Verherrlichung von sexueller Gewalt und Drogenkonsum, die Herabwürdigung von Frauen und offenem Rassismus sehen die Einen grundlegende humanitäre Werte verletzt. Andere sehen in den aggressiven Texten "Nur ein Spiel mit Worten" und wollen eine "authentische Rebellion von Jugendlichen ohne Zukunftsperspektive" erkennen.

Von: Ellen Nieswiodek

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