Peter Hahne: "Toleranz trägt nur auf festem Fundament"

B e r l i n (KEP) - Die Werte-Debatte ist die beste Investition in die Zukunft. Das schreibt der stellvertretende Leiter des ZDF-Hauptstadtbüros, Peter Hahne, in der neuen Ausgabe des "Hessen-Kurier".

Hahne verweist auf den Mord an dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh durch Islamisten im vergangenen November. Danach habe die Chefredakteurin von "Multi-Radio Berlin" lapidar festgestellt: "Das ist das Ende eines Traums, dass alles so harmlos und lustig funktioniert." Der ZDF-Journalist, der auch Mitglied im Rat der EKD ist, stellt fest: "Die Werte-Debatte hat uns brutal eingeholt. Leider musste es erst fünf vor zwölf werden. Aber das ist ja bekanntlich noch nicht zu spät."

Viele liefen jetzt dem neuen Werte-Trend "so medienwirksam hinterher, dass manche Konservative alt aussehen. Doch denen, den Bewahrern des Bewährten, ist es zu verdanken, dass wir überhaupt noch die Wertesubstanz haben, die andere nun plötzlich für sich reklamieren. Das gehört zur Wahrheit, alles andere ist Geschichtsklitterung".

Hahne schreibt weiter: "Die Forderung, andere Überzeugungen zu achten, darf nicht zur Forderung werden, keine eigenen Überzeugungen mehr zu haben." Die "Diktatur des Relativismus", wie es Papst Benedikt XVI. nennt, diffamiere denjenigen zum Fundamentalisten, der Positionen proklamiere. "Dabei ist Toleranz eine Brücke zum Menschen, die nur dann trägt, wenn sie auf festen Fundamenten steht."

Deshalb sei die Frage nach unseren Wurzeln die Schlüsselfrage für die Zukunft. Hahne zitiert den Heidelberger Philosophen Hans-Georg Gadamer: "Zukunft ist Herkunft. Wenn wir uns unserer Herkunft nicht mehr erinnern, haben wir keine Zukunft."

Wir bräuchten "Leute, auf die man sich verlassen kann", so der Bestseller-Autor. "Leute mit Visionen, Perspektiven und Lebenszielen. Keine Angst- und Panikmacher, sondern Mut- und Muntermacher. Keine Bedenkenträger, sondern Hoffnungsträger. Denn Hoffnungslosigkeit erzeugt Angst, und Angst lähmt die Initiative." Werte wie Glaube, Hoffnung und Liebe hätten nicht nur individuelle, sondern gesellschaftliche Konsequenzen.

Von: Elisabeth Hausen

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