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Gender im Buch: Wer ist eigentlich Bruno?

 "Haben die denn nichts Besseres zu tun?", fragte sich die "Bild"-Zeitung vor einigen Wochen angesichts einer Politikerposse, die die Hamburgische Bürgerschaft, den Carlsen-Verlag und vor allem die politische Linke auf Trab hielt. Grund des Aufruhrs war eine vermeintlich diskriminierende Publikation der Bürgerschaft für Kinder.

Von PRO

Foto: Carlsen

In einem kostenlosen Buch der "Pixi"-Reihe über "Politik und Demokratie", so die Kritiker, gebe es zu viele Deutsche, zu viele Jungen und zu wenig Multikulturalität, kurz: Es sei politisch nicht korrekt. Dabei wollte die Bürgerschaft nur das vermeintlich Beste: Kinder ab Klasse 3 über die Wahlen aufklären. Doch die Politikerin der GAL (Grün-Alternative Liste), Nebahat Güclü, forderte laut der Zeitung "Hamburger Abendblatt", das Buch noch einmal "durchzugendern", also Männer und Frauen gleich häufig auftreten zu lassen. Statt des Schulleiters, müsse es etwa eine Schulleiterin geben, statt Bewohner: Bewohner und Bewohnerinnen. Auf dem Titel des Buchs war in der ersten Auflage ein Stimmzettel mit ausschließlich männlichen Namen abgebildet. Zudem habe ein Mädchen im Buch ein rosa T-Shirt getragen – diskriminierend soll das sein, weil es Mädchen in typische Geschlechterrollen zwänge.

Diskriminierung, Rassismus, Sexismus

Doch es blieb nicht bei der Gender-Forderung. Kersten Artus von der Partei "Die Linke" warf dem Buch laut "Spiegel Online" "Diskriminierung, Sexismus und Rassismus" vor. So werden bei einer Geschichte zum Thema Klassensprecherwahl nur deutsche Kandidaten vorgestellt: Bruno, Max und Nadine. Artus gefällt auch das klassische Familienbild, das im Buch gezeichnet wird, nicht: Mutter, Vater, Kind – ein traditionelles Klischee, das diskriminiert, meint die Politikerin. Der Hamburger SPD-Fraktionschef Michael Neumann setzte sich für "mehr Multikulti" ein und die "Schwusos" der SPD wünschten sich: "Es müssten auch mal Peter und Paul als Eltern auftreten." Wie die "Bild" berichtet, forderte der CDU-Abgeordnete Wolfhard Ploog mehr Behinderte und Patchwork-Familien in der Publikation.

Tatsächlich stießen die meisten dieser Anliegen bei der Bürgerschaft auf offene Ohren: Am gestrigen Donnerstag erschien die zweite Auflage des Kinderbuchs "mit ein paar beschlossenen Änderungen", sagte Marco Wiesner von der Bürgerschaftskanzlei gegenüber dem "Hamburger Abendblatt". Das schreibt, der Stimmzettel auf dem Titelbild führe künftig zwei Kandidatinnen auf, das Klassenfoto zeige ein behindertes Kind und zwei Schüler mit Migrationshintergrund, das Mädchen von Seite 5 trage nun Grün." Klassensprecherkandidat Bruno soll nun Aydan heißen. Die "Bild" weiß: "Das Rednerpult heißt künftig ‘Redepult’, damit die Frauen nicht benachteiligt werden."

So zeigte sich Wiesner lernbereit, indem er versicherte, den Jungen Rick im Buch durch das Mädchen Svetlana auszutauschen. Doch auch das macht Artus nicht froh: Schließlich sei es nicht selbstverständlich, dass Mädchen Zöpfe tragen. "Auch Kinder mit kurzen Haaren sind Mädchen", erklärte sie auf "Spiegel Online".

Ob all der Ärger wirklich notwendig gewesen wäre? Vom "Carlsen"-Verlag hört man Gegenteiliges: "Bei uns hat sich kein junger Leser beschwert." Die erste Auflage mit 6.000 Exemplaren war binnen sieben Tagen vergriffen. (PRO)

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