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Gemeinsames Reformationsjubiläum möglich?

"Protestanten und Katholiken verbindet viel mehr, als sie trennt." Diese Auffassung vertritt Thies Gundlach. Der Vizepräsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) schreibt die Kolumne "Fremde Federn" der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zum heutigen Reformationstag.
Von PRO

Foto: pro

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) habe, mit der von ihm initiierten Aktion "Ökumene jetzt", den Gläubigen beider Konfessionen aus dem Herzen gesprochen, meint Gundlach. Im Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 und den 50. Jahrestag des Zweiten Vatikanischen Konzils gelte es vor allem das Gemeinsame zu würdigen. Gundlach bemängelt, dass sich die Kirche heute gar nicht so recht über den Meilenstein des Zweiten Vatikanischen Konzils freue, "sondern im Streit um die rechte Auslegung verharrt".

Taufe als sakramentales Band zwischen allen Christen

Dabei habe es 1962 bis 1965 unter anderem eine Hinwendung zur Kraft des lebendigen Evangeliums und zum Gewissen des Einzelnen gegeben. Darüber hinaus seien die akzeptierte Religionsfreiheit und die Vergegenwärtigung des Evangliums in der jeweiligen Landessprache gestärkt worden. Dadurch gebe es erhebliche Übereinstimmungen zu den Einsichten der Reformation im 16. Jahrhundert: etwa die herausragende Stellung des Wortes Gottes und der Heiligen Schrift sowie die Bedeutung der Taufe "als sakramentales Band zwischen allen Christen".

Während das Erste Vatikanum 1869/70 mit dem Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes in dieser Diskussion ein Rückschritt gewesen sei, hätten sich danach deutliche "unvermeidlich gewichtige Übereinstimmungen in der Lehre" ergeben müssen. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde dann die Öffnung "zur modernen Welt" gesucht und die "Bibel als zentrale Quelle einer nicht allein mittels Rationalität erweisbaren Offenbarung" angesehen.

Freundschaft in oecumenicis

Gundlach bedauert, dass die Übereinstimmung von Seiten der offiziellen römisch-katholischen Kirche nicht thematisiert wird: "Das ist schade, denn die Herausarbeitung solcher Übereinstimmungen legt ein gemeinsames Feiern des Reformationsjubiläums 2017 nahe als Beginn einer wunderbaren Freundschaft in oecumenicis." Feiern könne man vieles Gemeinsame, "das die Wahrheit und Schönheit des christlichen Glaubens gemeinsam sichtbar macht". (pro)

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