Die AfD hatte auf einigen ihrer Wahlplakate für die Kommunalwahlen in Niedersachsen auch Bilder von Kirchen verwendet. Dagegen wehren sich jetzt die betroffenen Gemeinden. Der Kirchenkreis Bramsche weist auf seiner Website darauf hin, dass die politische Einstellung der Partei und der christliche Glaube inkompatibel seien.
Der Kirchenkreis habe die Verwendung der Bilder nicht erlaubt. Deren Sprecher Kai Rolf wird in der „Welt“ mit den Worten zitiert: „Wir wollen ganz klar deutlich machen, dass das nicht abgesprochen ist.“ Hier würden kirchliche Orte und Symbole für politische Werbung missbraucht. Die beiden Landeskirchen in Niedersachsen hätten sich mit der Erklärung „für Demokratie und Menschenwürde“ inhaltlich klar vom AfD-Programm abgegrenzt.
AfD erzeugt mediale Aufmerksamkeit
Die Partei ihrerseits betonte, dass sie mit den Bildern einen regionalen Bezug herstellen wolle. Dies hätte auch ein Rathaus, eine historische Mühle oder ein anderes markantes Gebäude sein können, sagte der stellvertretende Vorsitzende Adrian Maxhuni dem epd. Man wolle nicht den Eindruck erwecken, dass die jeweilige Kirchengemeinde die Partei oder einzelne Kandidaten unterstütze.
Dem Kirchenamt in Hannover seien aktuell rund ein halbes Dutzend Fälle bekannt. Aus Sicht des Göttinger Demokratieforschers Alexander Hensel gehe es der AfD mit den Plakaten darum, als normale Partei zu erscheinen, die fest in den Orten verwurzelt sei. Sie greife die Kirche nicht an, erzeuge aber mediale Aufmerksamkeit.
Die Landeskirche empfiehlt den Gemeinden indes, sich klar von der Verwendung kirchlicher Fotomotive zu distanzieren. Viele Kirchen und kirchliche Einrichtungen haben sich entschieden, bis zur Wahl am 13. September Banner aufzuhängen, die für Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt werben.