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Gegen den Strom: Wiedereintritt in die Kirche

Die Katholische Kirche in Deutschland hat diese Woche die höchsten Austrittszahlen in ihrer Geschichte vermeldet. Auch die Evangelische Kirche verzeichnet einen deutlichen Mitgliederschwund – sowie eine kleine Gegegenbewegung von Wiedereintritten.
Von PRO
Im Jahr 2013 traten etwa 60.000 Bürger neu oder wieder in die Kirche ein
Im Jahr 2013 traten etwa 60.000 Bürger neu oder wieder in die Kirche ein
Negativ-Rekordjahr für die Katholische Kirche: Noch nie sind in Deutschland so viele Menschen ausgetreten wie im vergangenen Jahr. Rund 218.00 Mitglieder traten 2014 aus der Kirche aus. Das ist eine noch höhere Zahl als zum Höhepunkt des Missbrauchsskandals 2010 mit einem Rückgang von rund 181.000 Mitgliedern. Zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird für 2014 eine Zahl von mehr als 400.000 Austritten erwartet, berichtet die Zeitung Die Welt. Auch der Evangelischen Kirche, die zuletzt geringfügig weniger Mitglieder als die Katholische Kirche zählte, kehren immer mehr Christen den Rücken. Einige Landeskirchen hatten bereits Anfang des Jahres von einer Zunahme der Austritte 2014 berichtet.

Barrieren für Konfessionslose bei Evangelischer Kirche geringer

Die Austritte stehen auf der einen Seite, auf der anderen Seite gibt es eine, wenn auch kleinere, Gegenbewegung, schreibt Matthias Kamann in seinem Artikel „Und plötzlich fehlt ihnen etwas“ in der Welt. Im Jahr 2013 sind etwa 60.000 Bürger neu oder wieder in die Kirche eingetreten, wobei der Protestantismus mit 50.000 Eintritten den größeren Anteil zählt. Das Image der Evangelischen Kirche sei besser als das der Katholischen Kirche, erklärt Detlef Pollack, Religionssoziologe an der Universität Münster, gegenüber der Zeitung. „Als offener, dialogischer, weniger hierarchisch und weniger dogmatisch, als beweglicher und moderner“ gelte die EKD und werde „für weniger prunksüchtig gehalten“. Das sei für Außenstehende attraktiv und bewirke, „dass bei Konfessionslosen die Barrieren gegenüber der Evangelischen Kirche geringer sind“. „Ein Kircheneintritt ist für die Menschen ein sehr bedeutsamer Vorgang“, ordnet Pollack ein. „Sie verlangen von sich selbst, dass es ihnen ernst damit ist, dass sie dabei ein reines Gewissen haben und den Schritt authentisch von sich aus vollziehen.“ Weil die Männer und Frauen um ihre eigenen Unsicherheiten wüssten, „fällt ihnen der Schritt in die Evangelische Kirche leichter, in der für Fragen und Zweifel mehr Raum ist“. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/warum-menschen-in-die-katholische-kirche-eintreten-87105/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/durch-wohlstand-nimmt-die-kirchenbindung-ab-91875/ „Wenn keiner mehr da ist, wer soll etwas ändern?“ (pro)
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