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Geert Wilders will zweiten “Fitna”-Film drehen

Für die einen ist er ein mutiger Held. Für die anderen ein gefährlicher "Rechtspopulist". Geert Wilders, Vorsitzender der niederländischen "Partei der Freiheit" (PVV), die laut Umfragen bald stärkste Kraft im Parlament sein könnte, will einen neuen "Fitna"-Film drehen. Wie bereits bei der Veröffentlichung der ersten Version sehen Sicherheitsexperten ein Gefahrenpotential.
Von PRO

Als der Film “Fitna” (Arabisch für “Glaubensspaltung”) vor fast genau einem Jahr veröffentlicht wurde, befürchteten niederländische Sicherheitsexperten Gewaltausbrüche von Moslems. Ganz so schlimm wie in den Befürchtungen waren die Reaktionen nicht. Gleichwohl entstanden drei Filme, die aus Protest einen Kontrapunkt zu “Fitna” setzen wollten.

In seinem 15-minütigen Film stellt Wilders Filmaufnahmen der größten islamischen Terroranschläge Koranversen gegenüber. Ob die 3.000 Toten des 11. September 2001, 191 Tote durch Bomben in Madrid im März 2004 oder 56 Tote durch muslimische “Rucksackbomber” im Londoner Berufsverkehr im Juli 2005: Zwischen den Filmausschnitten zeigt Wilders Zitate aus dem Koran, die seiner Ansicht nach Gewalt für viele Moslems legitimieren. So wie bereits ein Jahr zuvor warnte der Parteichef vor einem “neuen Faschismus”, der aus dem militanten Islam entstanden sei. Wilders forderte bereits 2007 ein Verbot des Koran und verglich das Buch mit Hitlers “Mein Kampf”.

Wilders PVV ist in den letzten Monaten immer populärer geworden. Nach neuesten Umfragen wäre sie bei jetzt abgehaltenen Wahlen mit 27 von 150 Sitzen stärkste Kraft im niederländischen Parlament. Er hätte dann sogar den “Christlich-Demokratischen Appell” (CDA) von Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende übertrumpft. Um Ministerpräsident zu werden, benötigte Wilders eine Koalition von 76 Sitzen.

Wilders muss sich nach seinem islamkritischen Film “Fitna” vor Gericht verantworten. Noch im vergangenen Jahr hatte die Staatsanwaltschaft in Den Haag eigentlich entschieden, Wilders Film gehöre zur “öffentlichen Debatte” und sein Autor müsse nicht strafrechtlich belangt werden. Nachdem der Politiker seinen Film vor kurzem Politikern in den USA präsentierte, wollte er dasselbe auch in Großbritannien tun. Doch die britischen Sicherheitsbehörden verweigerten dem niederländischen Parlamentarier im Februar die Einreise. Wilders stelle eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar, lautete die Begründung.

“‘Fitna 2’ nicht weniger gepfeffert”

Der neue Film, der 2010 erscheinen soll, trage den Namen “Fitna 2”, kündigte Wilders gegenüber der Zeitung “De Telegraaf” an. “Er ist keine Kopie von Fitna”, versicherte er. “Er ist der nächste Schritt.” Schwerpunkt sollen die Folgen einer Masseneinwanderung aus islamischen Ländern und mögliche Lösungen von Problemen sein. “Ich habe Hilfsangebote von Leuten aus New York und Hollywood, die schon Filme gemacht haben, die bei uns in den Kinos zu sehen waren”, sagte Wilders. Der 45-Jährige fügte hinzu: “Es wird darin nicht weniger gepfeffert zugehen als im ersten Film.”

Wilders ändert wegen Morddrohungen jede Nacht seinen Aufenthaltsort. Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt “Nederlandse Omroep Stichting” wählte ihn im Jahr 2007 zum “Politiker des Jahres”. Wilders lehnt einen Beitritt der Türkei in die Europäische Union ab und fordert eine Beschränkung der Einwanderung in die Niederlande.

Ein Sprecher der niederländischen Anti-Terror-Behörde (NCTB) kündigte an, dass Sicherheitsexperten prüfen werden, wie sich die Ankündigung eines zweiten “Fitna”-Films auf die Bedrohungssituation in den Niederlanden auswirke. Innenministerin Guusje ter Horst hatte Anfang April erklärt, die Bedrohungslage sei noch so ernst, dass die zweithöchste Alarmstufe “substanziell” aufrechterhalten bleiben müsse. Sie verwies dabei auch auf den Afghanistan-Einsatz der niederländischen Streitkräfte. (PRO)

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