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“Gedenket der Märtyrer!”: Kongress für verfolgte Christen

"Bedrängt, verfolgt, getötet". Das ist die Situation von geschätzten 100 Millionen Christen weltweit und das Thema des Kongresses "Christenverfolgung heute – Gedenket der Märtyrer" in Schwäbisch Gmünd, der vom 23. bis zum 26. Oktober stattfindet. Unter der Schirmherrschaft des Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Volker Kauder, soll darüber diskutiert werden, welche Möglichkeiten Politik hat, hier Maßnahmen zu ergreifen.
Von PRO

Foto: Volker Krasse / Haus Schönblick

Organisiert wird der Kongress von der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Die Leiter des Kongresses sind Hartmut Hühnerbein, Sprecher des Geschäftsführenden Vorstandes des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland e. V. (CJD), Kuno Kallnbach, Seminarleiter von "Haus Schönblick" in Schwäbisch Gmünd, dem Tagungsort des Kongresses, Helmut Matthies, Chefredakteur der christlichen Wochenzeitschrift "idea Spektrum", und Martin Scheuermann, der Hausvater und Geschäftsführer von Haus Schönblick.

Wie Matthies auf der Pressekonferenz am Sonntag betonte, stelle der Kongress ein einzigartiges Projekt dar. Das Ziel sei, alle Organisationen, die sich mit dem Thema Religionsfreiheit befassen, zusammenzuführen. Der erste Kongress fand bereits 2009 statt. Inzwischen sind 20 Organisationen beteiligt, darunter auch ein katholisches Werk und Einrichtungen aus der Schweiz und aus Österreich. 400 Besucher seien für die Veranstaltung angemeldet.

Auf der  Tagung kommen Menschenrechtsexperten aus aller Welt zu Wort und berichten zur Situation der Christen in verschiedenen Ländern. So spricht Bischof Damian von der Koptisch-orthodoxen Kirche zur Situation der Christen in Ägypten. Samuel Naaman, Professor für Weltmission vom Moody Bible Institute in Chicago, thematisiert die Radikalisierung des Islam in Pakistan.

Religionsfreiheit bislang kaum thematisiert

Es dürfe nicht dabei bleiben, dass Missionare nur finanziell unterstützt werden, begründete Schirmherr Volker Kauder sein Engagement für Religionsfreiheit und verfolgte Christen am Sonntag bei der Pressekonferenz in Schwäbisch Gmünd. Derzeit entstünden, teilweise bewusst, teils unbewusst, "christenfreie Zonen", gerade auch in christlichen Stammgebieten. Der Missionsbefehl Jesu könne nicht ernst genommen werden, wenn deutsche Christen den Missionaren, die schon draußen sind, nicht beistünden.

Wie Kauder betonte, würden sich zwar viele Organisationen mit Menschenrechtsverletzungen befassen. Doch das Thema Religionsverfolgung/verfolgte Christen werde dabei kaum thematisiert. Aus diesem Grund wolle sich Kauder in besonderer Weise für die Freiheit der Religionsausübung einsetzen und an die Vereinten Nationen (UN) herantreten. Diese würden eine Fülle von Resolutionen verabschieden, die Menschenrechtsverletzungen verurteilten. Doch müsse sich die UN stärker mit der Problematik der Christenverfolgung befassen.

Lange Zeit, bemerkte Kauder, sei das Thema aber nicht nur von der Politik mit Schweigen belegt worden. Auch die Kirchen hätten sich nicht damit befasst. "Es war in meiner Evangelischen Kirche leichter, einen Vortrag gegen Kernenergie als gegen verfolgte Christen zu halten." Dies habe sich mittlerweile aber zum Besseren gewendet. Erst als Kauder das Thema im Rahmen der Haushaltsdebatte angesprochen hatte, habe das Thema auch in der Politik die nötige Aufmerksamkeit bekommen.

"Religionsfreiheit ist wesentlicher Teil der Menschenrechte"

Von zentraler Bedeutung sei es, darüber ins Gespräch zu kommen, was Freiheit bedeutet, betonte Kauder. "Ich bin der Überzeugung, dass das wichtigste Menschenrecht überhaupt die freie Religionsausübung ist." Denn hierbei ginge es nicht nur um die persönliche Freiheit eines Menschen, sondern um seine persönliche Identität. Ohne die Garantie freier Religionsausübung sei persönliche Freiheit gar nicht möglich.

In diesem Sinne sieht er die Entwicklungen in Nordafrika, insbesondere in Ägypten, mit großer Sorge. "Der so genannte arabische Frühling könnte sich für die Christen zu einer arabischen Eiszeit entwickeln." Dass Diktaturen beseitigt werden, bedeute noch nicht automatisch, dass nun auch die freie Religionsausübung festgeschrieben werde.

"Die überwiegende Mehrheit der Muslime wollen Frieden"

Wie der Menschenrechtsexperte und Theologe Thomas Schirrmacher betonte, sei nur ein kleiner Teil der Muslime gewaltbereit. In Indonesien etwa wolle die Mehrheit Frieden. Lediglich fünf Prozent folge dem gewaltbereiten arabischen Islam. Allerdings traue sich die Regierung nicht, gegen diese Gruppe vorzugehen. Millionen Muslimen weltweit sei es peinlich, wenn ihre Religion nur noch mit Mord und Todschlag verbunden werde.

Aus diesem Grund müsse es auf politischer Ebene eine Stärkung der Muslime geben, die in Frieden und Freiheit leben wollen. Viele dieser Muslime seien aber nicht gut organisiert. Aus diesem Grund sei ein Dialog mit ihnen kompliziert. Doch erst wenn der politische Friede hergestellt sei, würde man auch über theologische Wahrheiten ins Gespräch kommen, betonte Schirrmacher. (pro)
http://www.schoenblick-info.de/uploads/media/Christenverfolgung_2011_web.pdf
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