Das christliche Medienmagazin

Für Wahrheit im Internet

Christen müssen für „digitale Empathie“ eintreten. Mit dieser Forderung begrüßte der Medienbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Markus Bräuer, die Teilnehmer des 6. Christlichen Medienkongresses in Schwäbisch Gmünd. Kongressthema ist die Glaubwürdigkeit der Medien in digitalen Zeiten.
Von PRO
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Jörg Dechert warnte vor einer „Hyperinflation der medialen Glaubwürdigkeit“

Foto: pro/Jonah Trees

Jörg Dechert warnte vor einer „Hyperinflation der medialen Glaubwürdigkeit“

„Wer sich auf Gott beruft, muss anständig miteinander umgehen“, sagte Markus Bräuer, Medienbeauftragter des Rates der EKD, zur Eröffnung des 6. Christlichen Medienkongresses in Schwäbisch Gmünd. Dazu gehöre es, dass Christen sich nicht an Shitstorms beteiligen sollten. „Wir sind aufgefordert, Gutes übereinander zu reden, auch wenn wir in der Sache unterschiedlicher Meinung sind.“ Einen Umgang zu pflegen, der „ausstrahlt und ansteckend ist“, sei der Weg für Christen, ihren Glauben authentisch zu leben. Das gelte auch gegenüber Journalisten und Politikern, die im Netz zunehmend beschimpft würden.

Corinna Buschow, Berliner Chefkorrespondentin des Evangelischen Pressedienstes (EPD), beleuchtete die andere Seite der Medaille: „Was machen wir Journalisten, um Glaubwürdigkeit zu gewinnen, glaubwürdig zu bleiben oder es wieder zu werden?“ Ihr Statement: „Wie sorgfältig wir unser Handwerk machen, davon hängt unsere Glaubwürdigkeit ab.“ Als Richtlinie gelte deswegen beim EPD die Maßgabe: Genauigkeit vor Schnelligkeit vor Stil.

„Wir steuern auf eine Hyperinflation der medialen Glaubwürdigkeit zu“

Jörg Dechert, Vorstandsvorsitzender von ERF Medien, erklärte, dass Glaubwürdigkeit immer etwas ist, „was sich zwischen Menschen entspinnt: Eine von uns Menschen erfundene Ordnung.“ Seine These: „Wir steuern auf eine Hyperinflation der medialen Glaubwürdigkeit zu.“ Die Digitalisierung setze die Glaubwürdigkeit von Medien massiv unter Druck. Einerseits sorge die Digitalisierung dafür, dass Menschen erkennen, wie komplex die Welt ist, andererseits erlebten die Menschen diese nicht in ihrem Alltag. Er veranschaulichte seine These anhand des Klimawandels: Es gebe einzelne warme wie einzelne extrem kalte Winter, das Phänomen Klimawandel lasse sich aus dem einzelnen Erleben aber nicht ableiten. Das mache Skeptiker anfällig für Populisten.

Glaubwürdigkeit hänge ab von der „Überzeugungskraft des Storytelling“ und dem „Andocken im persönlichen Alltag“, erklärte Dechert. Dazu komme ein immer professioneller werdendes Handwerk: „Wir können häufig Realität und Fälschung gar nicht mehr auseinanderhalten.“ Fotos zu fälschen ist möglich, seit einiger Zeit gibt es auch gut gefälschte Videos. „Das Wort ‚Beweisfoto‘ hat heute keinen Sinn mehr“, sagte Dechert. Wer Original und Fälschung nicht mehr auseinanderhalten könne, müsse Medien entweder alles oder nichts glauben. Wer Medien nichts glaube, ziehe sich in seine eigene Filterblase zurück: „Im Internet findet man für jede Meinung jemanden, der sie vertritt.“

Hanno Terbuyken, Head of Communications von ChurchDesk, sieht in der „Community“ das größte Korrektiv für einzelne im Internet vertretene Meinungen. Aus diesem Grund plädierte er dafür, die eigenen Quellen immer transparent zu machen. Auf das achte Gebot bezogen sagte er: „Ich fände es sehr wünschenswert, wenn ‚Du sollst nicht lügen‘ als Maßstab im Netz wieder wichtiger wird.“

Austausch für christliche Medienschaffende

Der Christliche Medienkongress will ein Gesprächsforum für christliche Medienschaffende sein und diese in ihrer Arbeit ermutigen. Vor zwei Jahren fand der vorige Kongress statt. Die sechste Auflage der Veranstaltung in Schwäbisch Gmünd geht bis zum 18. Januar. Rund 130 Medienschaffende beraten in Seminaren und Diskussionsveranstaltungen im Christlichen Gästezentrum Schönblick darüber, wie Journalismus glaubwürdiger werden kann, und wie die christliche Botschaft wirkungsvoll in den Medien verbreitet werden kann.

Träger des Christlichen Medienkongresses sind die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), Bibel.TV, die Evangelische Landeskirche in Württemberg, die Agentur Media Vision, die SCM Verlagsgruppe, die Stiftung Marburger Medien, ERF Medien, die Christliche Medieninitiative pro, CFF – Forum für Christen in Film und Fernsehen und die Evangelische Nachrichtenagentur idea.

Von: Stefanie Ramsperger

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