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FTA Gießen wird erste evangelikale Hochschule Deutschlands

Aus der Freien Theologischen Akademie (FTA) in Gießen wird die erste evangelikale theologische Hochschule in Deutschland. Ab Montag können Studenten in der Gießener Fakultät Bachelor- und Masterstudiengänge erwerben. Bisher erhielten sie nur einen äquivalenten, aber nicht akademischen Abschluss.
Von PRO

Als erste evangelikale theologische Hochschule erkannte das Land Hessen die FTA in diesem Monat an. Damit ist sie berechtigt akademische Abschlüsse zu vergeben. Am heutigen Freitag erreichte die Genehmigungsurkunde die Fakultät. “Das ist ein echter Durchbruch für die Evangelikalen in Deutschland”, zeigte sich FTA-Rektor Helge Stadelmann begeistert. Die Lehre der FTA sei zum einen auf die Anerkennung und volle Inspiration der Wahrheit der Bibel ausgerichtet, zum anderen habe sie den Anspruch, für die Forschung zugänglich und somit wissenschaftlich zu arbeiten. “Dass dieses Konzept nun vom Ministerium anerkannt wurde, bedeutet: Wir stehen hier vor offenen Türen. Die Zeit der faulen Kompromisse ist vorbei”, sagte Stadelmann gegenüber www.pro-medienmagazin.de. Der Rektor erwartet nun zudem einen Zuwachs an Studenten in der Freien Theologischen Hochschule (FTH), wie die Einrichtung sich jetzt nennt.

Hochschule will wissenschaftliche und biblische Ausbildung vereinen

Die FTA war bereits im Mai vom Wissenschaftsrat als wissenschaftlich anerkannt worden, eine Voraussetzung für die Genehmigung, Hochschulabsolventen auszubilden. Um den Standards des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst gerecht zu werden, muss die frisch gebackene Hochschule, die sich nun von FTA auf FTH umbenennen wird, bestimmte Auflagen erfüllen. Unter anderem müssen die Dozenten der Hochschule künftig vom Ministerium genehmigt werden, und das Haus muss nachweisen, in der Forschung tätig zu sein. Theologische Auflagen, so berichtet Stadelmann, gebe es allerdings nicht. “Wir werden von offizieller Seite nun wie jede andere Uni in Deutschland behandelt, und darüber sind wir froh”, gab er an.

Obwohl der Rektor optimistisch ist, dass das bisherige Personal der Freien Theologischen Hochschule erhalten bleibt, wird es für die Studenten einige Veränderungen geben. Sie können nun einen dreijährigen Bachelor-Studiengang belegen und anschließend entweder ihren Abschluss machen, oder zwei weitere Jahre länger studieren, um am Ende einen Masterabschluss machen zu können. “Vorher konnten wir nur Äquivalente, aber keine akademischen Grade ausstellen”, erklärt Stadelmann. Die Studenten verließen die Akademie in der Regel lediglich mit einer Bescheinigung über ihre Ausbildung.

Rektor erwartet mehr Studienanfänger

Die Anerkennung bedeutet auch, dass die Schüler nun erstmals die Rechte von Hochschulstudenten haben. Den am Montag beginnenden Erstsemestern steht Hochschul-Bafög zu, und sie können an internationalen Förderprogrammen wie “Erasmus” teilnehmen. Das Studium soll außerdem künftig ein Auslandssemester beinhalten. “Wir erwarten natürlich, dass die Studentenzahlen nun steigen”, gibt Stadelmann an.

Derzeit werden rund 150 Studenten an der FTA ausgebildet. Weitere 29 beginnen ihr Studium am kommenden Montag erstmals nach den neuen Bestimmungen. Damit auch den alt eingesessenen Studenten ein akademischer Abschluss möglich gemacht wird, arbeitet die Fakultät künftig verstärkt mit der Partneruniversität “Gloucestershire” in England zusammen. Was in Deutschland bisher nicht möglich war, ist für Studenten jenseits des Ärmelkanals selbstverständlich. In Großbritannien sind Masterstudiengänge in “theological and biblical studies” schon seit längerem möglich. Bisherigen Studenten der FTA mit mindestens befriedigendem Notendurchschnitt ist anstelle des deutschen akademischen Grades ein Abschluss an der Partnereinrichtung möglich.

Die Hochschulgenehmigung der FTA gilt zunächst für drei Jahre. Kurz vor dem Abschluss der ersten Bachelor-Studenten prüft das zuständige Ministerium die Einhaltung der Auflagen erneut. Erst dann wird die FTA dauerhaft als Hochschule anerkannt. (PRO)

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