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Früher “Sexbomb”, heute Gospel

Früher sang er erotikgeladene Lieder wie "Sexbomb" und "She's A Lady", jetzt veröffentlicht er ein Gospel-Album: Der 70-jährige Tom Jones versucht es mit einem christlichen Album.

Von PRO

Foto: Mykal Burns

"You’re my sexbomb", heißt es in dem hierzulande wohl bekanntesten Nummer-Eins-Hit von Tom Jones. Doch während der in Südwales geborene Sänger wie kaum ein anderer vor allem für klassische Lovesongs bekannt ist, schlägt er nun eine neue Richtung ein. Am 23. Juli erscheint bei "Universal" sein neues Album "Praise and Blame" (Lob und Tadel). Darauf sind neben Blues- und Country-Songs vor allem  Gospel-Lieder zu hören.

Man kennt es von anderen Größen des Musikgeschäfts: Bob Dylan brachte in einer Phase seines Lebens christliche Alben heraus, und auch Johnny Cashs Werk ist durchdrungen von Gospel-Themen. So überrascht es nicht, daß Tom Jones in seinem Gospel-Album den Dylan-Song "What Good Am" covert und das Lied "Ain´t No Grave" singt, das erst kürzlich auf der letzten Johnny Cash-CD erschienen ist.

Jones stellte sein Album "Praise and Blame" dem Inhalt angemessen vor kurzem in einer Londoner Kirche vor. Die Tageszeitung "Die Welt" traf den Sänger, der seit langem den Spitznamen "The Tiger" trägt und 2006 von der britischen Königin zum Ritter geschlagen wurde, und befragte ihn nach dem spirituellen Hintergrund seiner neuen Platte.


"Keine Fragen über Sex!"

"Keine Fragen über Sex!", ermahnt die Pressefrau die Reporterin vor dem Interview der Zeitung sofort.  Der Sänger gibt dann zu verstehen: "Es ist ein sehr ehrliches Album. Es gibt Leute, die sagen, es klinge nach mir." Jones fügt hinzu: "Es hätte nicht glaubwürdig geklungen, wenn ich es zehn oder zwanzig Jahre früher aufgenommen hätte. Man muss ja ein wenig gelebt haben. Und auch meine Stimme ist tiefer geworden, genau richtig für Gospel und Blues." Seine Produktionsfirma hatte vorab verkünden lassen, dieses Album sei dem Sänger sehr wichtig.



Das Lied "My Lord will trouble me" (Mein Herr wird mir Sorgen bereiten) verdeutliche, wie Gott ihm immer wieder Steine in den Weg gelegt habe, um ihn an die harte Realität zu erinnern, sagt Jones. "Wenn man zu übermütig wird, passiert etwas, das dich wieder auf den Boden bringt." Das Lied sage aus: "Gott wird mich begleiten und mir, wenn nötig, ein paar Scherereien bereiten." So seien etwa die Probleme mit der Stimme, die Jones eine Zeit lang hatte, solche Probleme gewesen, die Gott geschickt habe. "Vor wenigen Monaten hatte ich Probleme mit Sodbrennen, jetzt ist alles wieder gut. Auch etwas, das mich an das Lied ‘Trouble Me’ erinnert. Für mich war meine kräftige und gesunde Stimme immer selbstverständlich, bis ich plötzlich krank wurde, das hat mir wieder gezeigt, dass ich verdammt noch mal nicht unzerstörbar bin."



In dem Lied "Run On" gibt Jones den Ratschlag, besser nicht mit den Frauen anderer anzubändeln. Im Interview erklärt er: "Ich sage aber nicht, dass ich das nicht tun würde, und ich schreibe auch niemandem etwas vor. Alles, was ich sage, ist, wenn du andere betrügst, wirst du schon die göttliche Antwort dafür erhalten." Auf die Frage, ob er glaube, dass Gott ihm vergebe, antwortet Jones: "Ich denke, er ist auf meiner Seite. Ich bin gesund, meine Stimme ist noch immer stark. Das muss eine gottgegebene Stimme sein."



In einem Lied heißt es "Jesus is the holy light, he turns darkness into light" (Jesus ist das heilige Licht, er verwandelt Dunkelheit in Licht). Jones: "Wie verrückt: die Dunkelheit in Licht verwandeln! Es bedeutet, dass er den Blinden wieder sehend gemacht hat. Es sind also Wunder, wenn Sie so wollen." Er glaube an Wunder, sagt Jones und fügt hinzu: "In meinem Leben ist schon so einiges passiert. Und wenn ich Dinge getan habe, die ich vielleicht besser nicht hätte tun sollen, wusste ich, Gott wird mich prüfen. Das fühle ich."



Er sei schon als Kind spirituell gewesen. Seine Mutter sei eine Spiritualistin gewesen, bis sie die Versammlungen aus Angst nicht mehr besucht habe. "Aber mit der Gewissheit, dass es da noch mehr gibt, als wir uns vorstellen können, bin ich aufgewachsen."



Für das neue Album habe seine Produktionsfirma eigentlich christliche Weihnachtslieder haben wollen, sagt Jones. Aber das hätte nicht so gut zu ihm gepasst. "Wenn sie etwas Religiöses haben wollen, können wir es doch auch mit Gospels probieren, dachte ich." Auch Ray Charles habe Rock-‘n’-Roll-Texte zu Gospelakkorden gesungen, worauf man ihm Blasphemie vorgeworfen habe. "Beide Stile kommen aus dem Süden der USA, dem sogenannten Biblebelt, sie haben dieselbe Akkordstruktur, denselben Flavour." Auch bei diesem Album habe ihn begeistert: "Es ist aufregend, weil man nie weiß, was als Nächstes passieren wird." (pro)

http://www.welt.de/die-welt/kultur/article8514919/Gott-ist-auf-meiner-Seite.html
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