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Fromme Woche

Es war viel von Gott die Rede in dieser Woche, und das an prominenten Orten. Im Bundestag etwa, bei der Vereidigung der Kanzlerin und ihrer Minister. Um einen Prominenten und Gott geht es auch am 31. Oktober - am Tag der Reformation. 
Von PRO

Foto: Wikipedia

"Der Tag der evangelischen Frauen" titelt nicht alleine die Tageszeitung "Die Welt" am Donnerstag. Es ist ein Zitat von Margot Käßmann, die am Mittwoch in Ulm zur neuen Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt wurde. Die 51-jährige Bischöfin aus Hannover bezieht den Satz natürlich nicht alleine auf sich – sondern auch auf Angela Merkel, die Tochter des evangelischen Pfarrers Horst Kasner. Am Mittwoch wurde Merkel im Bundestag zur Kanzlerin gewählt.

Es ist in mehrfacher Hinsicht eine wirklich "fromme Woche", die von kirchlichen Weichenstellungen und politischen Amtsträgern geprägt wurde. Nicht nur die Kirchensynode und Käßmann machten Schlagzeilen, auch die Vereidigung der Kanzlerin und der 15 Minister der neuen Regierung: Wie Merkel benutzten sie alle bei ihrer Vereidigung am Mittwoch den freiwilligen Zusatz "so wahr mir Gott helfe". In Regierungen der jüngeren Vergangenheit war das noch anders. Bedeutung erhält dieser Satz insbesondere dadurch, dass auch Politiker nicht nur eine wie auch immer geartete "übergeordnete Macht" anerkennen, sondern Gott als den Helfenden, den Allmächtigen, der Menschen zur Seite stehen kann, deren Macht nur geliehen und damit vergänglich ist.

Über all die Symbolträchtigkeit der Wahlen und Vereidigungen vergisst natürlich keiner der Beteiligten, dass Kirche und Politik vor enormen Herausforderungen stehen. Die einen müssen gegen sinkende Mitgliederzahlen angehen, die anderen gegen steigende Haushaltsdefizite. Vielleicht sind beide Situationen ja ein Grund mehr, Gott anzurufen.

Die Woche geht überdies auch christlich weiter: Am 31. Oktober ist Reformationstag. Ein Kollege der "Kreiszeitung" aus Norddeutschland schrieb am Donnerstag dazu einen klugen Text: "Dass evangelische Christen am Monatsende den Reformationstag feiern und katholische Christen einen Tag später Allerheiligen, geht im Halloween-Trubel fast unter. Dabei feiern Christen nicht den Tod und eine düstere Welt, sondern das Leben. So schön der Gruselspaß für manche auch sein mag und (…) auch Anlass zu einer kreativen Dekoration bietet, so bedeutet er für manche depressive Menschen auch Angst. Andere Menschen sehen Halloween als Einladung, Straftaten zu begehen, deren Folgeschäden allein in Deutschland Jahr für Jahr in die Millionenhöhe geht. Es bleibt zu hoffen, dass es in der Region nur beim Spaß bleibt."

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