Friedhelm Loh wird 80

Fast 13.000 Menschen arbeiten in der „Friedhelm Loh Group“. Deren Vorstandsvorsitzender feiert am Sonntag seinen 80. Geburtstag. Und blickt weiter nach vorne.
Von Nicolai Franz
Friedhelm Loh steht in einem Produktionswerk. Er trägt eine Krawatte und einen Anzug.

Der Unternehmer Friedhelm Loh feiert am 16. August seinen 80. Geburtstag. Der Inhaber und Vorstandsvorsitzende der Friedhelm Loh Group gehört zu den bekanntesten deutschen Familienunternehmern – und bekennt sich seit Jahrzehnten öffentlich zum christlichen Glauben. Die Entscheidung für Jesus Christus sei die wichtigste Entscheidung seines Lebens gewesen, sagte Loh anlässlich seines 75. Geburtstags gegenüber PRO.

Loh wurde am 16. August 1946 geboren. Nach einer Ausbildung zum Starkstromelektriker studierte er Betriebswirtschaft. Drei Jahre nach dem frühen Tod seines Vaters Rudolf Loh trat er 1974 in die Geschäftsführung von Rittal ein, das sein Vater gegründet hatte. Das Unternehmen beschäftigte damals rund 200 Menschen. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte Loh den Schaltschrankhersteller zu einem international tätigen Unternehmen und baute die Friedhelm Loh Group auf.

Anfang dieses Jahres nahm das „Handelsblatt“ Loh in seine „Hall of Fame der Familienunternehmen“ auf und würdigte damit sein unternehmerisches Lebenswerk. Loh habe die Unternehmensgruppe mit heute 12.900 Mitarbeitern „gemeinsam mit seinen Mitarbeitern“ aufgebaut, wie Rittal in seiner eigenen Pressemitteilung betont. Die Friedhelm Loh Group hat 94 internationale Tochtergesellschaften sowie 13 Produktionsstätten „in allen Regionen der Welt“.

Engagement für christliche Werke

Seinen christlichen Glauben führt Loh wesentlich auf sein Elternhaus zurück. Seine Eltern Rudolf und Irene Loh hätten ihren Kindern den Glauben vorgelebt. „Sie waren für uns Kinder Vorbilder im Leben des christlichen Glaubens, in der Übernahme von Verantwortung und im unternehmerischen Handeln“, erinnert er sich. Loh selbst entschied sich nach eigenen Angaben mit 13 Jahren bei einer Kinderevangelisation bewusst für Jesus Christus. Die Kindermissionarin war Ruth Frey. „Sie hatte die Gabe, Menschen zu erklären, wie Gott Sünden vergibt und dass man all das nicht selbst tragen muss.“ Loh gehört zur Freien evangelischen Gemeinde Ewersbach.

Friedhelm Loh hat ein Faible für seltene Autos: Seit drei Jahren hat er seine umfangreiche Sammlung für die Öffentlichkeit geöffnet.

Sein Glaube führte auch zu einem jahrzehntelangen Engagement im christlichen Bereich. Loh gründete die Stiftung Christliche Medien (SCM) und stand ihr 35 Jahre ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzender vor. Zum 1. März 2022 übergab er den Vorsitz an Guido Sadler; für den Sommer desselben Jahres kündigte er zudem seinen vollständigen Rückzug aus dem Vorstand an. Ziel der Stiftung sei es von Beginn an gewesen, christliche Verlags-, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit zu fördern.

Zum christlichen Engagement Lohs gehört auch die von ihm 2013 gegründete Stiftung für Christliche Wertebildung „Wertestarter“. Sie unterstützt Kitas, Schulen und außerschulische Bildungsprojekte, in denen Kinder und Jugendliche christliche Werte kennenlernen und Orientierung erhalten sollen. 2026 gab Loh den Vorsitz des Stiftungsrats ab, bleibt der Stiftung nach eigenen Angaben aber als Stifter eng verbunden.

Außerdem fördert er mit der „Rittal Foundation“ gemeinnützige Projekte in den Bereichen Bildung und Erziehung, Soziales und Diakonie, Kultur, Wissenschaft und Umwelt. „Ihr Anliegen ist es, Zeichen zu setzen, Not zu lindern, Verantwortung für Schwächere zu übernehmen und das Umfeld zu stärken, in dem Menschen leben und arbeiten“, so Rittal.

Riesige Autosammlung als Museum

Für sein wirtschaftliches und gesellschaftliches Wirken erhielt Loh zahlreiche Auszeichnungen und engagierte sich unter anderem von 2006 bis 2014 als Präsident des Elektroindustrieverbands ZVEI.

Eines seiner jüngsten großen Projekte liegt in seiner Heimat Ewersbach: Seit Juli 2023 ist dort Lohs private Fahrzeugsammlung als Nationales Automuseum „The Loh Collection“ öffentlich zugänglich. Rund 160 Automobile aus mehr als 140 Jahren Automobilgeschichte werden dort gezeigt. Seit der Eröffnung zählte das Museum nach eigenen Angaben bereits mehr als 275.000 Besucher. Zum Museum gehört inzwischen auch ein Hochschulcampus; seit 2026 wird zudem eine Stiftungsprofessur für Automobilgeschichte aufgebaut.

Loh blickt trotz seines hohen Alters weiter nach vorne, wie es in der Rittal-Pressemitteilung heißt. „Das Erreichte ist für mich kein Wert an sich, sondern die Grundlage für den Weg in die Zukunft, die ich weiter gestalten möchte und die ich liebe.“

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