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Friedensgefährdend oder mutig?

Trumps Entscheidung zu Jerusalem als Israels Hauptstadt wird derzeit in sämtlichen Medien heiß diskutiert. Wer auf die Bedeutung der Stadt in der Geschichte hinweist, scheint als naiv zu gelten. Doch Christen sollten sich den alttestamentlichen Prophezeiungen nicht verschließen. Ein Kommentar von Norbert Schäfer
Von PRO
War erstmals vor 3.000 Jahren Hauptstadt des jüdischen Königreiches unter David: Jerusalem

Foto: Israelnetz/Dana Nowak

War erstmals vor 3.000 Jahren Hauptstadt des jüdischen Königreiches unter David: Jerusalem

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump hat Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkannt. Er beabsichtigt daher, die Botschaft der USA von den grünen Hügeln am Meer, aus Tel Aviv, in die steinigen Anhöhen des judäischen Berglandes, nach Jerusalem, zu verlegen. Das ist ein logischer Schritt.

Nun wird in den Medien diskutiert, wie friedensgefährdend, dümmlich und diplomatisch ungeschickt der US-Präsident gehandelt hat. Auch viele Christen und Kirchenobere, unter ihnen der Papst, halten die Entscheidung für überstürzt, dem Friedensprozess abträglich oder gar friedensgefährdend. Das mag sein.

Jerusalem, ein Laststein aller Völker

Wer jedoch als Christ den biblischen Überlieferungen Glauben schenkt, darf sich den alttestamentlichen Prophezeiungen nicht verschließen. Im Buch des Propheten Sacharja steht beispielsweise: „Zur selben Zeit will ich Jerusalem machen zum Laststein allen Völkern; alle, die ihn wegheben wollen, sollen sich daran zerschneiden; denn es werden sich alle Heiden auf Erden wider sie versammeln.” Menschliche Hoffnung auf Frieden für ein Land, für eine Stadt, für eine Region, sind nicht zwingend deckungsgleich mit Aussagen der Bibel. Diese Spannung gilt es zu akzeptieren.

Wer derzeit die Berichterstattung in den Medien verfolgt, muss zu dem Schluss kommen, dass das Heer der detaillierten Kenner der Kräfte- und Machtverhältnisse im Nahen Osten und in Israel riesig ist. Was mir jedoch als gelegentlichem Beobachter der Nahost-Politik auffällt, ist der Umstand, dass das Gerangel um den Status der israelischen Hauptstadt den sogenannten „Friedensprozess“ nicht im Geringsten entwickelt oder befördert hat.

Man wird die als naiv beschimpfen, die statt Kaffeesatz zu lesen lieber einen Blick in die Geschichtsbücher riskieren. Die Stadt Jerusalem war nachweislich pulsierende Hauptstadt eines wohlhabenden, kulturell hochstehenden jüdischen Königtums, als man sich anderenorts noch mit Tierfellen die menschliche Blöße bedeckte.

Rücksichtnahme auf Israels Nachbarn

Die Fülle der UN-Sanktionen und Resolutionen, die sich mit – vor allem aber mit Maßnahmen gegen – Israel und dem Status der Landeshauptstadt Jerusalem befassen, vermag noch ein Mathematiker mittels grafischer Näherungsverfahren zu enträtseln. Die Vektoren in diesem mathematischen Raum bilden sich vor allem aus einem diffusen Nebel von Rücksichtnahmen gegenüber den ölmächtigen Nachbarländern Israels.

Dass nun ein US-Präsident auf dieses Konvolut pfeift, ist mutig. Die arabischen „Rentier“-Staaten und selbsterklärten Feinde Israels finanzieren sich hauptsächlich aus Rohstoffeinkünften, dem Verkauf von Öl. Der Inhalt ihrer Politik besteht vor allem darin, erpresserische Allianzen zu schmieden.

Die Zwei-Staaten-Lösung mit Jerusalem als Hauptstadt eines eigenständigen Palästinenserstaates ist dabei ein wirkmächtiges Faustpfand der erdölreichen, meist muslimischen Feinde Israels gegen den ölhungrigen, weitgehend säkular-liberalen Westen. Die Abhängigkeit des Westens vom Öl hat bislang die Entwicklung von Demokratien im Nahen und Mittleren Osten blockiert und behindert. In der Region existiert nur eine lupenreine demokratische Gesellschaft. Das ist Israel.

Von: Norbert Schäfer

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