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Freier Internetzugang – ein Menschenrecht?

Für 79 Prozent der Menschen rund um den Globus ist der Zugang zum Internet ein fundamentales Menschenrecht. Fast jeder Zweite glaubt, ohne das Internet nicht mehr auskommen zu können. Das zeigt eine Studie des "BBC World Service".
Von PRO

Foto: misplacedparadox/ flickr

Die Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, ebenso wie das Recht auf freie Meinungsäußerung oder die Versammlungsfreiheit. Eine aktuelle BBC-Studie zeigt, dass viele auch den freien Internetzugang als Menschenrecht einführen wollen: Ganze 79 Prozent von 27.000 Befragten. Selbst unter Personen, die das Internet nicht nutzen, sind 71 Prozent der Meinung, dass freier Zugang zum Internet ein grundlegendes Recht aller sein sollte. Von den Internetnutzern stimmten 87 Prozent zu. Allein in Estland und Finnland ist freier Internetzugang laut dem TV-Sender BBC bisher aber bereits per Gesetz zugesichert.

Besonders schätzen die Befragten den freien Zugang zu Informationen über das Web. An zweiter Stelle steht für sie die Möglichkeit, interaktiv mit Menschen zu kommunizieren und sich zu vernetzen. Auch die Unterhaltungsfunktion zähle zu den Vorzügen des Internets. Vier von fünf Personen geben an, durch das Internet an Freiheit gewonnen zu haben. 90 Prozent der Befragten halten das Internet für "einen guten Ort, um zu lernen".

Kein Eingreifen der Regierung – oder doch?

Trotz der Begeisterung halten nur etwa die Hälfte der Web-User das Internet für "einen sichern Ort, um seine Meinung zu äußern". Deutschland ist laut BBC-Studie das Land, das bei Meinungsäußerungen im Internet die größten Bedenken zeigt. Selbst in China, wo die Regierung den Zugang zum Internet einschränkt und überwacht, sind lediglich 55 Prozent der Ansicht, dass sie ihre Meinung nicht frei äußern können. In Deutschland dagegen sind es 72 Prozent. Insgesamt fürchten sich die Menschen am meisten vor Betrug im Web. Die Befragten sind zudem wegen der Verbreitung gewaltsamer Inhalte und der Gefährdung der Privatsphäre besorgt.

Besonders die Nigerianer und Südkoreaner vertreten laut Studie die Ansicht, dass das Internet in keiner Weise durch die Regierung reguliert werden sollte. 43 Prozent der Briten sehen das anders und würden eine Regulierung durch die Regierung in bestimmten Fällen befürworten. Ohne das Internet wollen nur noch 45 Prozent der Befragten leben. Fast 84 Prozent der Japaner und 81 Prozent der Mexikaner gaben an ohne Internet nicht mehr auszukommen. Auf der anderen Seite des Spektrums stehen die Spanier, die Philippiner und die Brasilianer. Bei letzteren sind 73 Prozent der Meinung, dass sie auch ohne Internet leben könnten.

Diese Informationen sind neuer Wind in den Segeln von Organisationen, die sich für freien Internetzugang einsetzen, wie etwa die UN. "Das Recht zu kommunizieren, darf nicht ignoriert werden", meint Hamadoun Toure, Generalsekretär der "International Telecommunications Union" (ITU), einer Sonderkommission der Vereinten Nationen. Regierungen müssten das Internet als grundlegende Infrastruktur betrachten, "wie auch Wegebau, Müllabfuhr und Wasserversorgung". Die Gesellschaft sei zur Informationsgesellschaft geworden. Zu ihr müsse jeder Zugang haben, um sich beteiligen zu können, sagte Toure gegenüber der BBC. (pro)

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