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Frankreich: Abdel-Samads islamkritisches Buch wird nicht veröffentlicht

Ein Buch des islamkritischen Politikwissenschaftlers Hamed Abdel-Samad wird in Frankreich vorerst nicht veröffentlicht. Das hat der französische Verlag angekündigt und verweist auf Zusammenhänge mit dem Anschlag in Nizza.
Von PRO
Ein Buch des Islamkritikers und Politikwissenschaftlers Hamed Abdel-Samad wird in Frankreich zunächst nicht veröffentlicht

Foto: pro/Norbert Schäfer

Ein Buch des Islamkritikers und Politikwissenschaftlers Hamed Abdel-Samad wird in Frankreich zunächst nicht veröffentlicht
Das Buch „Der islamische Faschismus“ des ägyptisch-deutschen Politikwissenschaftlers Hamed Abdel-Samad wird nicht – wie vom Piranha-Verlag zunächst angekündigt – im September in Frankreich veröffentlicht. Das berichtet das Nachrichtenmagazin der Spiegel am Mittwoch auf seiner Webseite. Der französische Verlag hat nach Angaben des Spiegels in einer Pressemitteilung seine Entscheidung damit begründet, dass er mit der Veröffentlichung nicht „Wasser auf die Mühlen der Rechten“ gießen wolle. Derzeit sei eine „friedliche und vernünftige Diskussion“ über das Buch nicht möglich. Den Rückzieher des Verlages hat der Autor Abdel-Samad auf dem Blog „Die Achse des Guten“ kritisiert. „Diese Rechten hat es in Frankreich vor zwei Jahren nicht gegeben, als der Verlag die Rechte für das Buch erwarb“, schreibt Abdel-Samad. Die Rechten hätten „auch die Islamisten in Frankreich nicht daran hindern können, Bücher zu veröffentlichen und sie in den Moscheen zugänglich zu machen“.

Verlag: Keine „Form der Selbstzensur“

Die Entscheidung, das Buch nicht wie geplant zu veröffentlichen, stehe im Zusammenhang mit dem Terroranschlag von Nizza, schreibt der Spiegel und beruft sich auf eine Pressemitteilung des Verlages. Der Verlag sieht demnach in dem Rückzieher keine „Form der Selbstzensur“. Das bewertet Abdel-Samad anders. „So weit sind wir schon in Europa gekommen. Ein Verlag beugt sich der Einschüchterungstaktik der Islamisten. Es ist noch nicht lange her, da schrieb dieser Verleger ‚Je suis Charlie‘, heute schreibt er ‚Ich habe Angst, Charlie zu werden‘“, äußert sich der Autor. Für die Bedenken des Verlegers, für Abdel-Samads Sicherheit nicht garantieren zu können, zeigte der Autor Verständnis. Er könne nicht von jedem verlangen, das gleiche Risiko einzugehen, das er mit seinen Büchern eingehe. Abdel-Samad steht wegen kritischer Äußerungen über den Islam und einer gegen ihn verhängten Todes-Fatwa in Deutschland unter Polizeischutz. „Voltaire würde sich im Grabe umdrehen, wenn er erfahren würde, welches Verständnis von Toleranz und Meinungsfreiheit einige Kulturschaffende in seinem Land 230 Jahre nach seinem Tod haben“, schreibt Abdel-Samad. In Deutschland war das Buch „Der islamische Faschismus“ ein Bestseller mit mehr als 100.000 verkauften Exemplare, gab die Verlagsgruppe Droemer Knaur gegenüber pro an. Für den 5. Oktober hat der Verlag die Veröffentlichung eines weiteren Buches von Abdel-Samad angekündigt. Unter dem Titel „Der Koran. Botschaft der Liebe. Botschaft des Hasses“ geht der Autor den Bürgerkriegen innerhalb der islamischen Welt und der Konfrontation mit dem Westen auf den Grund. Abdel-Samad verortet im Koran die Wurzeln dieser Auseinandersetzungen. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/abdel-samad-und-khorchide-gewalt-gegen-barmherzigkeit-95294/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/abdel-samad-kritisiert-umgang-der-kirchen-mit-dem-islam-93776/
https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/detailansicht/aktuell/das-traurigste-interview-meines-lebens-93777/
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