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Flüchtlingkrise: „Missionsauftrag in Wort und Tat umsetzen“

Die Attentate von Paris dürften nicht mit Fragen der Flüchtlingskrise vermischt werden, fordert der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG). Gemeinden sollten sich weiterhin für Flüchtlinge engagieren und sich aktiv mit dem Islam auseinander setzen.
Von PRO
Christen sollten sich von fremdenfeindlichen Äußerungen nicht verunsichern lassen und sich weiter für Flüchtlinge engagieren, meint der BEFG

Foto: pro/ Steinert

Christen sollten sich von fremdenfeindlichen Äußerungen nicht verunsichern lassen und sich weiter für Flüchtlinge engagieren, meint der BEFG
Das Attentat von Paris dürfe nicht mit der Flüchtlingsfrage vermischt werden, erklärt der BEFG in einer Stellungnahme. Die Ermittlungen in Paris zeigten, dass es sich wahrscheinlich um einheimische Extremisten gehandelt habe. Die Flüchtlinge, die nach Europa kommen, seien genau vor solchen Extremisten geflohen und suchten hier Schutz. Sie sehnten sich nach einen Leben in Freiheit und Frieden und „wollen nicht religiös bevormundet und überwacht werden“. Viele von ihnen seien daher gegenüber westlichen Werten und gegenüber dem Christentum aufgeschlossen. Es sei beeindruckend, wie viele Gemeinden sich in der Flüchtlingshilfe engagierten. Diese Hilfsbereitschaft sei auch ein politisches Signal. Der BEFG unterstütze die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin. Kirchen und Gemeinden trügen dazu bei, „dass das größte und wirtschaftlich stärkste Land Europas seine Rolle als weltoffene und geschichtlich verantwortliche Nation wahrnimmt.“ Solidarität müsse jedoch in ganz Europa herrschen.

„Aktiv mit dem Islam auseinander setzen“

Der BEFG betont aber, dass sich ehrenamtliche Flüchtlingshelfer nicht überlasten sollten, und andere Aufgaben der Gemeinde dürften nicht vernachlässigt werden. „Der Einsatz für Flüchtlinge sollte so gut wie möglich in das normale Gemeindeleben integriert werden. Wir wollen beides ernst nehmen: die Sorge um Hilfsbedürftige und Arme, die schon lange unter uns leben, und die Sorge um die neu zugereisten Menschen in Not.“ Fremdenfeindliche Reden schürten zudem die Angst vor einer Islamisierung in der Bevölkerung. Unsachliche Darstellungen der Flüchtlingsproblematik, religiöse Verallgemeinerungen und „aus dem Zusammenhang gerissene und deshalb irreführende theologische Aussagen“ dürften nicht sein. Dass die wachsende Zahl muslimischer Flüchtlinge die Gesellschaft verändere, sei aber ebenso wichtig zu nennen. „Wir müssen uns in unseren Gemeinden auf ‚neue Nachbarn‘ einstellen, uns auch aktiv mit der Lehre in den Moscheen unseres Landes auseinandersetzen“, fordert der Bund. In der religiösen Vielfalt, die in Deutschland herrsche, sollten Christen den „Missionsauftrag in Wort und Tat engagiert umsetzen“. Der Bund ermutigte Gemeinden aber auch, „sich weiterhin über alle Konfessions- und Religionsgrenzen hinweg in lokalpolitischen Aktivitäten und Nachbarschaftsaktionen einzubringen.“ Der BEFG ist ein Verbund von Ortsgemeinden verschiedener freikirchlicher Traditionen. Ihm gehören 673 Baptisten- und 128 Brüdergemeinden mit insgesamt etwa 82.000 Mitgliedern an. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/freikirchen-loben-merkels-fluechtlingspolitik-94041/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/mit-fluechtlingen-ins-neue-jahr-90601/
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