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F.A.Z. zum Geburtstag von Erzbischof Rowan Williams

Der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, wird am heutigen Montag 60 Jahre alt. Die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (F.A.Z.) würdigt das Oberhaupt der anglikanischen Kirche von England als "weltweit angesehensten Patristiker" sowie "Religionsintellektuellen und Frömmigkeitsvirtuosen".
Von PRO

Foto: Brian / flickr

"Der Schüler von Henry Chadwick bekleidete schon mit sechsunddreißig Jahren den Lady-Margaret-Lehrstuhl in Oxford", schreibt Patrick Bahners in der F.A.Z. "Er ist einer der weltweit angesehensten Patristiker und gleichzeitig ein Religionsintellektueller und Frömmigkeitsvirtuose, der in Predigten, Traktaten und Gedichten eine via postmoderna der negativen Theologie erkundet."

Möglicherweise werde man den Erzbischof von Canterbury im Rückblick einmal "als endzeitliche Figur wahrnehmen", schreibt die Zeitung unter der Überschrift "Gott ist kein normaler Beruf". "Sein pastorales Genie und alle Subtilität seiner dialektischen Theologie werden nicht ausreichen, um eine Kirche zusammenzuhalten, die den Staat vielleicht bald auffordern wird, sie in die Freiheit zu entlassen." Doch gebe sich Williams nicht "für Formelkompromisse" her.

Williams schrieb 1987 eine Monographie über Arius (260 – 336), einen Priester aus Alexandria. Arius werde bis heute als "Häresiarch" behandelt, als Ketzer, schreibt Bahners. "Theologie muss nach Williams das Evangelium ‘schwieriger machen’, wo Volksfrömmigkeit zur Akkomodation, unbarmherzig formuliert: zum Appeasement neigt. Arius ist bei Williams ein Konservativer, der einen in liturgischen Formeln tradierten starken Begriff der Freiheit und Majestät Gottes retten wollte."

Williams studierte Theologie in Oxford, wurde 1977 zum Diakon und 1978 zum Priester geweiht. Wenig später promovierte er. Er war zunächst Kaplan in Chesterton und anschließend in Cambridge, bis er 1986 als Professor der Theologie in Oxford zu lehren begann. 1992 wurde er zum Bischof geweiht und 1999 zum Erzbischof von Wales. Zum Erzbischof von Canterbury wurde er am 23. Juli 2002 ernannt. Williams ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Einen heftigen Disput lösten seine Überlegungen Anfang 2008 aus, in Großbritannien in bestimmten Rechtsangelegenheiten, beispielsweise im Ehe- und Finanzrecht, vertragsrechtliche Regelungen nach der Scharia zuzulassen.

Williams äußerte sich zudem immer wieder zum Nahostkonflikt. So warnte er etwa davor, Kritik an Israels Politik mit Antisemitismus zu vermischen. Vor zwei Jahren unterzeichnete er mit den israelischen Oberrabbinern eine Erklärung, in der sie religiöse Gemeinschaften weltweit dazu aufrufen, Verantwortung beim Schutz aller heiligen Stätten zu tragen. (pro)
http://www.faz.net/s/RubC3FFBF288EDC421F93E22EFA74003C4D/Doc~ED5D927DB06834FC1943FC541D73BBAF5~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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