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FAZ besucht neue Saddleback-Kirche in Berlin

Seit knapp drei Wochen unterhält die kalifornische Saddleback-Kirche des „Leben mit Vision“-Autors Rick Warren auch eine kleine Filiale in Berlin. Eine Reporterin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung attestiert der jungen Gemeinde eine „Stimmung wie im Freizeitheim“ vor „fundamental-religiösem Hintergrund“.
Von PRO

Foto: Saddleback

Die Berliner Saddleback-Gemeinde hat für ihre Gottesdienste, die Sonntagmorgens und – abends stattfinden, Räumlichkeiten in der Nähe des Potsdamer Platzes angemietet. „Der Raum entbehrt jeder sakralen Aura, wirkt wie eine beliebige Berliner Erdgeschosskunstgalerie mittlerer Größe“, schreibt die Journalistin Hannah Lühmann in ihrer Reportage über den Eröffnungsgottesdienst. Die Gebete, die von den überwiegend jungen Besuchern gesprochen wurden, schienen dabei keiner vorgegebenen Zeremonie oder einer rituellen Abfolge zu entsprechen – überhaupt erinnere nichts an die „straffe Innerlichkeit eines traditionellen christlichen Gottesdienstes“.

Zum morgendlichen Gottesdienst, zu dem parallel ein Kinderprogramm angeboten wird, seien laut Pastor Dave Schnitter etwa 180 Besucher gekommen. Rick Warren, der die Saddleback-Mutterkirche mit gut 22.000 Mitgliedern in den 1980er Jahren gegründet hatte, grüßte die Versammlung per Video-Botschaft. Zusätzlich zum Gemeinderaum solle in Berlin auch ein Wohltätigkeitszentrum gegründet werden, wo etwa Obdachlose und Suchtkranke Unterstützung finden könnten.

„Konservativer Wind aus Amerika“

Der FAZ-Artikel geht auch ausführlich auf den gesellschaftlichen Einfluss ein, den Warren in den USA genießt – so habe er 2009 das Gebet bei Barack Obamas erster Amtseinführung gesprochen. Warrens Frau Kay engagiere sich „zwar verhältnismäßig fortschrittlich für die Verwendung von Kondomen zur Begrenzung von HIV-Infektionen“, propagiere aber auch die „altvertraute Formel“, nur monogame Zweierbeziehungen und Enthaltsamkeit bis zur Ehe könnten weitere Infektionen verhindern. Rick Warren habe sich zudem gegen die „Homosexuellenehe“ ausgesprochen. „Das alles ist im fundamental-religiösen und häufig rechtsgerichteten Teil der amerikanischen Gesellschaft keineswegs außergewöhnlich“, schreibt die Autorin, „aber in Berlin?“

Zumindest beim Eröffnungsgottesdienst sei „vom konservativen Wind aus Amerika wenig zu spüren“ gewesen. Man bemühe sich in Berlin um ein jugendliches, liberales Image – beispielsweise auch durch eine hipp gestaltete Facebook-Seite. Pastor Dave Schnitter habe mitgeteilt, man sei hier nicht so streng, beispielsweise gegen Schwule. Es gebe schließlich viele verschiedene Arten von Sünde – auch Gier und Neid. In Saddleback Berlin gehe es vor allem um gemeinsames Glauben und Erleben. (pro)

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