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Faszination Religion – “Spürnasen” geben Hilfestellung

Die Mitarbeiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) bearbeiten täglich Fragen zu Kirche und Religion, aber auch zu anderen weltanschaulichen Themen. Die Medien bezeichnen die Theologen auch als "Spürnasen" der Kirche. Am Samstag feiern die Religionsexperten das 50-jährige Bestehen des EZW.
Von PRO

Foto: Samuel Knowles - Fotolia.com

Jeden Tag kommen in der Berliner Zentrale des EZW Fragen per Post, Email oder Telefon zu diversen Themen ein. Das liegt daran, dass das EZW die wissenschaftliche Studien-, Dokumentations-, Auskunfts- und Beratungsstelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für religiöse und weltanschauliche Strömungen ist. Die Beantwortung der Fragen, die teilweise aus Neugier oder auch Besorgnis gestellt würden, sei für die Mitarbeiter das tägliche Geschäft und sorge dafür, dass der EZW die "Bodenhaftung" nicht verloren gehe, erklärt der Leiter des EZW, Reinhard Hempelmann in seiner Festschrift "Den eigenen Glauben kennen – den fremden Glauben verstehen".

Informationen zu unterschiedlichen Themen finden Suchende auf den Internetseiten des EZW. Hier gibt es Informationen und Broschüren zu zahlreichen Themen, beispielsweise Meditation, Reiki, Esoterik oder Anthroposophie. Die Faltblätter können auch gegen Zahlung eines Unkostenbeitrages per Post zugesendet werden. Jeden Monat gibt die EZW den Materialdienst – Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen" heraus. Dreimal im Jahr erhalten Interessierte die EZW-Texte.

Neue Aufmerksamkeit für Religion

Hempelmann beobachtet in der postsäkularen Gesellschaft eine "neue Aufmerksamkeit für Religion und Religiosität". Bezeichnend sei dabei das Nebeneinander gegenläufiger Entwicklungen: Religionsdistanz und Wiederkehr der Religion, Relativierung und Fundamentalisierung religiöser Wahrheit, aber auch Individualisierung und neue Gemeinschaftsbildung. Die Vielfalt der Ausdrucksformen heutiger Religiosität unterstreiche die Notwendigkeit von Klärungen und Unterscheidungen, so Hempelmann. "Als Folge der gesellschaftlichen Veränderungen wurden die Ränder des religiösen Feldes, auf dem lange Zeit die christlichen Kirchen die alleinigen Akteure waren, unscharf. Außerkirchliche Formen des Religiösen – von Astro TV über New Age, Glaube an die Wiedergeburt und Neuheidentum – erfahren Zulauf", zitiert der Evangelische Pressedienst Deutschland (EPD) den Theologen.

Religiöse Vielfalt lebt von gemeinsamen Werten

Laut Hempelmann erinnert diese Entwicklung die Kirchen an die Notwendigkeit ihrer eigenen religiösen Orientierung. Dialogfähigkeit setze "die Kenntnis des Eigenen voraus, das Beheimatetsein im christlichen Glauben, die Kenntnis und Wertschätzung der christlichen Tradition". In säkularisierten und pluralistisch geprägten Gesellschaftssystemen der westlichen Welt sei es an der Zeit, auch darüber in eine Diskussion einzutreten, welche Folgen der heute vielfach beobachtbare Verlust an religiöser Orientierung für das Leben des Einzelnen sowie das Rechtsbewusstsein und die Werteorientierung in der Gesellschaft habe, appelliert Hempelmann an Kirchen und Gesellschaft.

Er erinnert auch daran, dass der religiöse Pluralismus der demokratischen Kultur von "gemeinsamen Werten und einem gemeinsamen Rechtsbewusstsein" lebe.
Die EZW wurde 1960 gegründet mit der Aufgabe, "eine lebendige Auseinandersetzung mit den Strömungen der Zeit herbeizuführen. Ohne immer fertige Antworten zu liefern oder sich auf traditionelle dogmatische Informationen zu beschränken, soll sie darauf abzielen, in den Gemeinden mündiges Christentum mit eigenem Urteil und persönlicher Verantwortungsbereitschaft zu wecken", beschreibt Hempelmann. Laut der Ordnung der EZW soll das EZW dazu beitragen, "die Darstellung des christlichen Gottes- und Weltverständnisses im Gegenüber zu anderen Gottes- und Weltverständnissen zur Geltung zu bringen". Der württembergische Pfarrer und Kirchenrat Kurt Hutten war der erste Leiter der EZW. Er schrieb den Leitfaden "Seher, Grübler, Enthusiasten".

Die EZW feiert ihren  50. Geburtstag am Samstag, 12. Juni mit einem Festgottesdienst in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin. (pro)

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