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Fall Westergaard: “Duckmäusertum der Medien”

Als "bitter" hat die Soziologin Necla Kelek die Reaktion der Medien auf das Attentat gegen den Karikaturisten Kurt Westergaard bezeichnet. In einem Interview mit der "Deutschen Presseagentur" (dpa) forderte sie Muslime auf, sich "vorbehaltlos" zur Bürgergesellschaft zu bekennen.

Von PRO

Foto: Jyllands Posten / pro

Gegenüber dem Islam habe sich eine Duckmäuser-Mentalität wie einst im Kalten Krieg eingebürgert, erklärt Kelek. "Damals empfahl man bei einem Atomschlag, sich die Aktentasche über den Kopf zu halten." Stattdessen vermisse sie Jene, die wie Voltaire sagten: "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst."

In die Kritik nimmt die Islamkritikerin etwa den Feuilletonchef der "Süddeutschen Zeitung", "der in seinem mentalen Panikraum angesichts des versuchten Attentats auf Kurt Westergaard meint, über die Qualität der Mohammed-Karikatur philosophieren zu müssen". Es sei bitter, wie manche Medien sich wänden, wenn es darum gehe, das Recht auf Meinungsfreiheit und das Leben eines Mannes zu verteidigen, sagt Kelek.

Der Islam: "Ein Gespenst"

Den Islam vergleicht sie entsprechend eines Zitats des Politikwissenschaftlers Hamed Abdel-Samed mit der Droge Alkohol: "In geringen Mengen und in der entsprechenden Qualität genossen kann diese wie jede andere Droge helfend, gar erhellend sein, unkontrolliert konsumiert macht sie irre, süchtig und ist ein Gift." Nicht jeder Muslim sei ein Terrorist, aber terroristische Täter nannten sich Muslime und kämen aus dem Umfeld von Moscheen oder Islamvereinen.

Kelek kritisiert solche Vereine, weil sie zum einen von "dem Islam" sprächen, wenn sie sich verfolgt und ungerecht behandelt fühlten. Wenn im Namen ihrer Religion aber Anschläge verübt würden, habe das ihrer Meinung nach nichts mit dem Islam zu tun. Kelek meint: "Der Islam hat ein Problem. Er will Leitkultur sein und nicht nur das Leben der Muslime regeln, sondern auch bestimmen, wie sich die übrige Gesellschaft gegenüber den Muslimen zu verhalten hat." Zudem sei der Islam nicht säkular, weil er nicht zwischen Religion und Politik trenne. Zugleich habe er aber keine einheitliche Lehre. "Er ist alles und gleichzeitig nichts. Ein Gespenst", sagt Kelek.

Den politischen Islam ächten

Die Autorin fordert: "Die Muslime müssen sich von der Scharia lösen, sie müssen den politischen Islam ächten und sich vorbehaltlos zur Bürgergesellschaft und deren Rechten und Pflichten bekennen. Es gibt keinen anderen Weg – außer man setzt auf Konfrontation."

Necla Kelek ist in Istanbul geboren und wanderte mit ihrer Familie im Alter von zehn Jahren nach Deutschland aus. Sie studierte Volkswirtschaft und Soziologie in Hamburg und Greifswald und promovierte zum Thema "Islam im Alltag". Die Autorin wurde vor allem durch ihr Buch "Die fremde Braut – ein Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland" bekannt. Sie ist Mitglied der Deutschen Islamkonferenz und setzt sich für die Rechte muslimischer Frauen ein. (pro)   

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