Das christliche Medienmagazin

Fall Latzel: Kirchenleitung weist Vorwürfe zurück

Die Kirchenleitung der Bremischen Evangelischen Kirche hat Vorwürfe gegen die vorläufige Dienstenthebung des verurteilten Pastors Olaf Latzel zurückgewiese. Sie begründe sich nicht theologisch, sondern personalrechtlich.
Von PRO
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email
Pastor Olaf Latzel

Foto: Latzel / privat

Pastor Olaf Latzel wurde vergangenes Jahr wegen Volksverhetzung verurteilt

Im Fall des vorläufig vom Dienst enthobenen Bremer Pastors Olaf Latzel hat die Kirchenleitung Vorwürfe von Vertretern der theologisch konservativen Arbeitsgemeinschaft missionarische Kirche (AmK) in der Hansestadt zurückgewiesen. Die vorläufige Dienstenthebung sei ein rein personalrechtlicher Akt infolge eines gegen Latzel ergangenen Urteils in einem Strafprozess wegen Volksverhetzung, heißt es in einer Stellungnahme vom Dienstag. Sie hänge nicht mit theologischen Differenzen zusammen.

Latzel war als Pastor der St.-Martini-Gemeinde in der Bremer Innenstadt am 25. November vom Amtsgericht der Hansestadt wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt worden, umgewandelt zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 90 Euro (AZ: 96 Ds 225 Js 26577/20). Latzel hatte aus Sicht des Gerichts in einem auf Youtube verbreiteten „Eheseminar“ zum Hass gegen Homosexuelle aufgestachelt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil Pastor Latzel dagegen Berufung eingelegt hat. Bis zu einer endgültigen Entscheidung ruht auch ein kirchliches Disziplinarverfahren.

Noch kein Berufsverbot

Die AmK bezeichnete die vorläufige Dienstenthebung als einen Schritt „ohne Augenmaß“, der den Frieden in der theologisch pluralistischen Bremischen Evangelischen Kirche gefährde. Sie schränke Latzels St.-Martini-Gemeinde ein und sei „de facto“ ein „Berufsverbot“ für den betroffenen Pastor, der als „unliebsamer Verkündiger“ aus dem Dienst entfernt werden solle. Sie sei zudem ein Vorgriff auf das Ergebnis des Berufungsverfahrens und damit eine Missachtung des Rechtsweges.

Die vorläufige Dienstenthebung sei kein Berufsverbot, Latzels Bezüge blieben davon unberührt, heißt es in der Reaktion auf die Vorwürfe. Der leitende Kirchenausschuss achte die Unabhängigkeit der Justiz und übernehme dienstrechtliche Verantwortung. Er suche und führe das Gespräch mit der St. Martini-Gemeinde und Pastor Latzel. Die „leider zahlreich erfolgten Beleidigungen und Verunglimpfungen einzelner Mitglieder des Kirchenausschusses sowie die Kampf-Rhetorik“ würden entschieden zurückgewiesen.

Auf Wunsch werde die Bremische Evangelische Kirche der Gemeinde Vertretungskräfte für den pastoralen Dienst zur Verfügung stellen, hieß es weiter. Die Arbeitsgemeinschaft Missionarische Kirche (AmK) ist ein Arbeitskreis von sieben Kirchengemeinden sowie Einzelpersonen innerhalb der Bremischen Evangelischen Kirche.

Von: epd

Ihr Beitrag für christliche Werte in den Medien
Bei PRO sind alle Beiträge frei zugänglich und kostenlos - und das wird auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Wir arbeiten in der PRO-Redaktion jeden Tag dafür, Ihnen solide Informationen zu liefern über Themen, die Sie interessieren.

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin den christlichen Journalismus bieten, den Sie von PRO kennen.

Viele PRO-Leser helfen schon mit. Sind Sie dabei?

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen