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Ex-Muslimbruder erklärt die Vision von Isis

Ein Gespräch mit dem Islamkritiker Hamed Abdel-Samad fördert neben Erklärungen zum Handeln von Isis auch Absurdes zutage.
Von PRO
Islamkritiker Hamed Abdel-Samad wurde 1972 als Sohn eines sunnitischen Imams in Kairo geboren
Islamkritiker Hamed Abdel-Samad wurde 1972 als Sohn eines sunnitischen Imams in Kairo geboren
Die Wochenzeitung Die Zeit geht in der Beilage Christ & Welt der Frage nach, warum die salafistische Terrororganisation Isis so erfolgreich ist. Hamed Abdel-Samad, einst selbst Mitglied der Muslimbruderschaft, heute Mitglied der Deutschen Isalmkonferenz, führt den Erfolg von Isis (Abkürzung für „Islamischer Staat im Irak und in (Groß-)Syrien“) darauf zurück, dass es „die ‘richtige‘ Idee zur ‘richtigen‘ Zeit am ‘richtigen‘ Ort“ sei. Syrien und der Irak seien gescheiterte Staaten, in denen Nationalismus und Panarabismus ausgedient hätten. Zudem habe die Demokratie in diesen Ländern nicht Fuß gefasst. Die „Wiederauferstehung der Urgemeinde des Propheten“, sagt Abdel-Samad, sei die Reaktion auf das Gefühl, durch den Westen ungerecht behandelt und gekränkt worden zu sein. Heute sähen sich viele Araber in der gleichen Situation, wie in der Zeit vor dem Islam, als die Länder „zersplittert, zerstritten, unterjocht“ gewesen seien. Der Prophet Mohammed hatte mit seiner Armee ganz Arabien besiegt. Dieser alte Traum werde nun von Isis wiederbelebt. Nach den Vorstellungen von Isis, die Organisation hat sich selbst in Islamischer Staat (IS) umbenannt, soll die „Weltordnung wieder von Gott abhängen und nicht vom Willen der Engländer, Franzosen und Amerikaner“, sagt Abdel-Samad. Als „logische Folge des politischen Islam“, sagt der Ex-Muslimbruder, laute die Vision von Isis: „Der Islam ist die jüngste, die letzte monotheistische Religion – also das letzte Wort Gottes an die Menschen. Deshalb müssen wir die Welt befrieden durch Islamisierung.“ Die Idee, Vollstrecker von Allahs Plan für diese Welt zu sein, hält Abdel-Samad für eine Utopie, deren „apokalyptische Dimension“ aus dem Alten Testament stamme und vom Koran fortgeführt worden sei. Abdel-Samad konstatiert: „Wer heute in Europa das Alte Testament wörtlich nimmt, den nennen wir zu Recht Fundamentalist. Wenn ein Muslim den Koran wörtlich nimmt, dann sagen wir, es ist halt ein gläubiger Muslim.“ Dies sei absurd. Abdel-Samad richtet sich in dem Interview mit einem Appell an die Leser. „Wir sollten im Westen aufhören, zu behaupten, dass die Islamisten den Islam nur falsch verstanden haben“, sagt er, um zu der Frage zu kommen, wer denn den Islam richtig verstanden habe. „Ein paar taz-Redakteure?“, fragt Abdel-Samad rhetorisch. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/der-dschihadist-von-nebenan-88432/
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