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Evangelischer Buchpreis für Roman über Fukushima

Der Evangelische Buchpreis geht in diesem Jahr an die Schriftstellerin Nina Jäckle für ihren Roman „Der lange Atem“. Das Buch spielt vor dem Hintergrund der Tsunami-Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011.
Von PRO
Das Buch „Der lange Atem“ von Nina Jäckle wird 2015 mit dem Evangelischen Buchpreis ausgezeichnet

Foto: Klöpfer & Meyer / Jorge Seca

Das Buch „Der lange Atem“ von Nina Jäckle wird 2015 mit dem Evangelischen Buchpreis ausgezeichnet
Die Entscheidung gab der Vorsitzende des Evangelischen Literaturportals Bischof Jan Janssen bekannt. „Der lange Atem zieht in den Bann – nicht einfach weiterleben, sondern tun, was zu tun ist“, sagte Janssen am Mittwoch. Eine Jury hatte das Buch aus über 100 Vorschlägen von Lesern ausgewählt. Nina Jäckle führt den Leser in ihrem Buch in das Japan des Jahres 2011 an die Küste in der Nähe von Fukushima. Der namenlose Ich-Erzähler ist Phantombildzeichner. Er hat nach der Tsunami-Katastrophe den Auftrag, anhand von Fotos entstellter Opfer des Tsunamis Zeichnungen anzufertigen, die es den Hinterbliebenen ermöglichen, die Verstorbenen zu identifizieren. „Wie können Menschen nach einer Katastrophe mit den Folgen, mit dem Verlust, dem Schmerz und der Trauer weiterleben? Diesen Fragen nähert sich Nina Jäckle ganz behutsam“, heißt es in der Begründung der Jury. Mit ihrem Buch bringe die Autorin das Ereignis erneut zu Bewusstsein und die Frage der Haltung dazu, die sich auch nach anderen Katastrophen stellt. „In dem literarisch klar durchkomponierten Werk schafft sie Bilder von bleibender Intensität. Mit ihrer vorsichtigen, taktvollen Erzählweise gelingt es ihr, Unfassbares in Worte zu fassen und anzudeuten, wie ein Weiterleben möglich ist“, urteilte die Jury. Die Arbeit des Zeichners wirke dabei wie eine Metapher. Die anonymen Opfer bekämen ein Gesicht und am Ende wieder Namen.

Zwölf Titel auf der Empfehlungsliste

Jäckle wurde 1966 in Schwenningen geboren, wuchs in Stuttgart auf, besuchte Sprachschulen und wollte ursprünglich Übersetzerin werden. Mit 25 beschloss sie, lieber selber zu schreiben, erst Hörspiele, dann Erzählungen, schließlich Romane. Ihre ersten Bücher erschienen im Berlin-Verlag. Bei Klöpfer & Meyer erschienen 2010 mit großem Erfolg ihre Erzählung „Nai oder was wie so ist“ sowie 2011 ihr Roman „Zielinksi“. Jäckle erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, zuletzt 2014 den Tukan-Preis der Stadt München für „Der lange Atem“ und 2015 den Italo-Svevo-Preis für ihr literarisches Werk. Der Evangelische Buchpreis wird seit 1979 vom Dachverband evangelischer öffentlicher Büchereien, dem Evangelischen Literaturportal, verliehen. Prämiert werden nach eigener Aussage Bücher, die „anregen über uns selbst, unser Miteinander und unser Leben mit Gott neu nachzudenken“. Für 2015 haben Leser 115 Titel vorgeschlagen. Die Jury wählte neben dem Preisbuch zwölf weitere Titel für die Empfehlungsliste aus: darunter Romane sowie Kinder- und Jugendbücher. Der Jury gehören vier Mitarbeiter evangelischer Bibliotheken, zwei Jugendliche, zwei Theologen und die Geschäftsführung des Evangelischen Literaturportals an. Der Evangelische Buchpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Er wird der Autorin am 30. September 2015 im Assapheum in Bethel/Bielefeld überreicht. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/evangelischer-buchpreis-fuer-sarah-michaela-orlovsky-87518/
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/evangelischer-buchpreis-fuer-berliner-autorin-80433/
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