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Evangelische Webseite informiert über Medizin- und Bioethik

Seit Dienstag können sich Interessierte auf einem neuen Internetportal über evangelische Positionen zu Fragen der Medizin- und Bioethik informieren. Themen sind beispielsweise Sterbehilfe und Stammzellenforschung
Von PRO

Foto: www.ev-medizinethik.de / Screenshot: pro

Die Webseite wurde vom Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG) der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover gemeinsam mit Fachleuten aus Einrichtungen anderer Landeskirchen und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aufgebaut. Unter www.ev-medizinethik.de werden Veröffentlichungen der Kirche zu zentralen Fragestellungen der Medizin- und Bioethik sowie die wichtigsten rechtlichen Grundlagen zur Verfügung gestellt. Dabei ist es Ziel der Homepage, nicht nur interessierten Privatpersonen, sondern auch beispielsweise Lehrern, Politikern und Pastoren einen Überblick über die Themen zu verschaffen, die zum Teil sehr kontrovers diskutiert werden: Abtreibung und Sterbehilfe werden genauso gelistet wie Nanotechnologie und klinische Ethikkommittees. Besucher der Homepage finden zudem Links zu einzelnen kirchlichen Einrichtungen und haben die Möglichkeit, Themenvorschläge per Mail einzureichen.

"Wir beobachten ein großes Interesse an evangelischen Stellungnahmen zu aktuellen medizin- und bioethischen Fragen. Derzeit sehen wir das an der Debatte um die Präimplantationsdiagnostik (PID). Es gibt eine Fülle evangelischer Stellungnahmen und Veröffentlichungen, die ab jetzt rasch, zuverlässig und systematisiert einer größeren Öffentlichkeit zur Verfügung stehen", sagte die Direktorin der ZfG, Andrea Dörries, laut einer Pressemitteilung.

Gerade das Thema PID wird momentan in Deutschland heftig diskutiert. Quer durch alle im Bundestag vertretenen Parteien gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, ob an eine befruchtete Eizelle vor der Implantation auf Erbkrankheiten untersucht werden darf oder nicht – Bundeskanzlerin Merkel (CDU) ist strikt dagegen, genauso wie die frischgebackene Mutter Andrea Nahles (SPD). Die begrenzte Zulassung von Gentestst an Embryonen befürworten hingegen beispielsweise Peter Hintze (CDU) und Petra Sitte (DIE LINKE). Auf der neuen Homepage findet sich zu dem Thema die Entscheidung des Bundesgerichtshofes, die PID zu erlauben. In einer Stellungnahme des EKD-Kirchenamtspräsidenten Hermann Barth wird dies kritisiert: Die PID beruhe auf "Verbrauch und Vernichtung" menschlicher Embryonen. Das neue Internetportal will Menschen helfen, sich selbst ein Bild von der Thematik zu verschaffen. (pro) 

http://www.ev-medizinethik.de/pages/index.html
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