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Evangelische Ehrendoktorwürde für Heribert Prantl

Der Journalist Heribert Prantl wurde am Dienstagabend mit der Ehrendoktorwürde der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) geehrt. Damit zeichnete der Fachbereich Theologie den Journalisten für seine Leitartikel in der Süddeutschen Zeitung zu christlichen Feiertagen aus.
Von PRO
Heribert Prantl (links) erhielt die Urkunde von Fachbereichsleiter Wolfgang Schoberth (rechts)

Foto: Salome E. Mayer

Heribert Prantl (links) erhielt die Urkunde von Fachbereichsleiter Wolfgang Schoberth (rechts)
Heribert Prantl habe mit seinen Leitartikeln eigentlich eine eigene Gattung begründet, sagte Johanna Haberer, Professorin für Christliche Publizistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), in ihrer Laudatio auf den Journalisten. „Bei Prantls Leitartikeln handelt es sich um Zeitungspredigten. In ihnen kommt eine persönliche Haltung zum Ausdruck, die in der christlichen Ethik gründet“, erklärte Haberer. Die Leitartikel, die auch in Büchern veröffentlicht wurden, seien essentielle Publikationen für den theologischen Diskurs. In Haberers Augen nimmt der Katholik Prantl das von Luther betonte „Priestertum aller Gläubigen“ als mündiger Christ in Anspruch. „Das Grundgesetz und die Bibel sind seine ethischen Navigationsgeräte“, sagte sie.

Bedford-Strohm lobt Prantl: „Bibelfester Protestant“

Der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, gratulierte Prantl per Videobotschaft. Er gab zu, wenn er die Süddeutsche Zeitung aufschlage, stets zuerst Prantls Kommentar zu lesen. „Prantl hat eine klare Grundorientierung, die von der christlichen Soziallehre geprägt ist. Und er ist ein bibelfester Protestant“, spielte Bedford-Strohm auf das profunde Bibelwissen des Ressortchefs für Innenpolitik an. Er sei dankbar, dass es Prantl gebe und dieser seine Leser immer wieder ins Nachdenken bringe. Dieses Talent, pointiert auf Grundlegendes hinzuweisen, hob auch Wolfgang Schoberth, Sprecher des Fachbereichs Theologie, hervor. Prantl zeige mit seinen Kommentaren, dass Theologie eine grundlegende Bedeutung für das Gemeinwesen habe. Zudem habe die Gesellschaft stets eine moralische Reflektion nötig. Prantl mache immer wieder in Alltagsdebatten darauf aufmerksam – und das in einem Umfeld, das nicht unbedingt religionsfreundlich sei, so Schoberth.

Was Prantl aus dem Jakobusbrief herausliest

Heribert Prantl ging in seinem Festvortrag auf Gemeinsamkeiten von Journalismus und Theologie ein. So sei die Suche nach der Wahrheit ein verbindendes Element. Der 62-Jährige knüpfte an Pilatus‘ Frage an Jesus an: „Was ist Wahrheit?“ Für Journalisten sei dies, ähnlich wie für Pilatus, das Aufdeckende, das Investigative. „Die Panama Papers waren eine Sternstunde des Journalismus“, sagte der studierte Jurist. Dagegen stünden die Worte Jesu: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Jesu Welt gründe nicht auf diese Panama-Welt, sondern auf Treue, Zuverlässigkeit und Vertrauen. All dies stecke im hebräischen Wort für Wahrheit, Emet. „Journalisten brauchen Emet“, forderte Prantl. Maßstab sei dafür das Grundgesetz, für Theologen die Bibel. In seinem Vortrag kam sein entschiedenes Eintreten für den demokratischen Sozialstaat zum Ausdruck. Er legte einen Teil des zweiten Kapitels des Jakobusbriefs aus, wo es heißt, die Gläubigen sollten keine Unterschiede zwischen armen und reichen Gläubigen machen. „Bei der Frage von Reichtum und Armut geht’s ans Eingemachte der Bibel und des Sozialstaats“, sagte Prantl. Er betonte, dass Gott in der ganzen Bibel immer Partei für die Schwachen ergreift, sie auserwählt. „Sie sind Gottes Elite – weil sie seine Liebe notwendig haben.“ Journalisten und Theologen wüssten, dass Menschen Rechte haben und brauchen. Wo Unrecht geschieht, müssten beide ihre Stimme erheben. „Auch ein Flüchtling muss ein Mensch sein können. Man wird die christlichen Kirchen daran messen, was sie getan haben.“ Der Vers „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“, ist in Prantls Augen der zentrale Satz eines christlichen Abendlandes. Deshalb werde er als Kommentator des tagesaktuellen Geschehens weiterhin beharrlich der Gerechtigkeit das Wort reden. Heribert Prantl ist seit 2011 Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung. Die Verleihung der Ehrendoktorwürde fand im Rahmen einer Jubiläumstagung der Abteilung für Christliche Publizistik der FAU statt. Sie feiert ihr 50-jähriges Bestehen. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/detailansicht/aktuell/ohne-diese-frau-gaebe-es-weniger-kirche-im-tv-96072/
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