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Evangelikaler Prediger in Ruanda festgenommen

Der amerikanische Missionar Gregg Schoof ist von der Regierung Ruandas des Landes verwiesen worden. Schoof, der seit 2003 mit seiner Familie in dem afrikanischen Land lebt, gründete Kirchen und betrieb einen christlichen Radiosender.
Von Jörn Schumacher
Der amerikanische Prediger Gregg Schoof lebt mit seiner Familie seit 2003 in Ruanda und ist als Missionar tätig

Foto: Fundamental Baptist Missions International

Der amerikanische Prediger Gregg Schoof lebt mit seiner Familie seit 2003 in Ruanda und ist als Missionar tätig

Wie die BBC berichtet, hatte die Polizei den amerikanischen Prediger Gregg Schoof am Montag in der ruandischen Hauptstadt Kigali festgenommen, als er eine Pressekonferenz abhalten wollte. Wie die New York Times berichtet, sei Schoof „einer von mehreren evangelikalen Pastoren, die die ruandische Regierung kritisieren, weil sie Abtreibung legalisiere und die Evolutionstheorie in die Schulen“ bringe. In einer Stellungnahme schrieb Schoof: „Will die Regierung die Menschen in die Hölle schicken?“ Die Regierung stelle sich nach Meinung Schoofs „mit heidnischen Praktiken gegen Gott“. Der Pastor erklärte: „Ich bin nicht hierher gekommen, um die Regierung zu bekämpfen. Ich bin gekommen, um das Evangelium zu predigen.“

Schoof hatte neben einer Gemeinde den christlichen Radiosender „The Amazing Grace“ gegründet. Wie die ruandische Zeitung New Times berichtet, lief auf dem Sender am 29. Januar 2018 eine Predigt des Evangelisten Nicolas Niyibikora, in der er Frauen als „gefährliche Kreaturen des Bösen“ bezeichnet hatte, „die gegen Gottes Plan handeln“. Daraufhin verbot die ruandische Regierung den Sender mit der Begründung, er sorge für eine Spaltung im Land.

Weiter heißt es im Zeitungsbericht, der Leiter der Behörde für Emigration und Immigration, Regis Gatarayiha, habe betont, dass Schoofs Arbeitserlaubnis bereits am 6. Juli 2019 ausgelaufen sei, der Pastor sich jedoch weigere, das Land zu verlassen.

Missionarsfamilie aus Indiana

Die BBC hatte im Februar 2018 berichtet, dass die ruandische Regierung 700 Kirchen wegen „Ruhestörung“ geschlossen hatte. In dem Bericht heißt es: „Pfingstkirchen, die oft von Charismatikern geleitet werden, sagen von sich, dass in ihren Gottesdiensten Wunder passieren. Sie sind in den vergangenen Jahren in vielen Teilen Afrikas schnell gewachsen.“ Die Kirchen wurden mit der Begründung geschlossen, sie verstießen gegen die Bauvorschriften des Landes und stellten eine „Lärmbelästigung“ dar.

Pastor Schoof wollte am Montag eine Pressekonferenz in der ruandischen Hauptstadt Kigali abhalten. Wie BBC berichtet, mietete Schoof dafür einen Tagungsraum an, doch der Besitzer habe die Nutzungserlaubnis im letzten Augenblick zurückgezogen. Daraufhin sprach Schoof vor dem Gebäude mit den angereisten Journalisten. Bei diesem Treffen nahm die Polizei den Prediger fest. Schoof habe ein „illegales Treffen mit Journalisten“ an einem öffentlichen Ort abgehalten, teilte die Polizei zur Begründung mit.

In einer Presseerklärung, die Schoof vor seiner Festnahme an die Pressevertreter verteilt hatte, heißt es, die ruandische Regierung habe mit ihren „heidnischen Praktiken“ Gott beleidigt. Weiter heißt es, die Regierung habe Schoofs christlichen Radiosender sowie 700 Kirchen im Land ohne Gesetzesgrundlage geschlossen. Außerdem prangert er an, dass in Schulen Kondome an Kinder verteilt würden, was zu „schmutzigem Verhalten“ führe.

Schoof lebt mit seiner Familie seit 2003 in Ruanda. Auf der Webseite der achtköpfigen Familie heißt es, Schoof und seine Frau Angela gehörten der „First Baptist Church“ in Hammond im US-Bundesstaat Indiana an. Das Ehepaar sei von Gott als Missionare nach Ruanda entsandt worden, schreiben sie. „Wir gewinnen Seelen, gründen Kirchen und trainieren die Ansässigen, die Arbeit fortzuführen.“

Von: Jörn Schumacher

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