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Ethische Selbstkontrolle für Journalisten

W i e s b a d e n (KEP) - Medienschaffende sollen "sorgfältig und wahrhaftig" arbeiten und zudem nicht Journalismus mit Öffentlichkeitsarbeit (PR) verwechseln. Dazu ermahnt der neue "Medienkodex" des Journalistenverbandes "Netzwerk Recherche", der am Mittwoch vorgestellt wurde.
Von PRO

Gefahr für den Journalismus sehen die Autoren des Medienkodex in “neuen Technologien” und dem “zunehmenden ökonomischen Druck”. Um seine Qualität und seine Unabhängigkeit dennoch zu sichern, legte das “Netzwerk Recherche” eine Zehn-Punkte-Richtlinie vor.

“Journalisten berichten unabhängig, sorgfältig, umfassend und wahrhaftig”, lautet darin das erste “Gebot”. “Sie achten die Menschenwürde und Persönlichkeitsrechte.”

Der Kodex betont die Notwendigkeit zur “handwerklich sauberen und ausführlichen Recherche aller zur Verfügung stehenden Quellen”. Journalisten sollen demnach nach dem Grundsatz “Sicherheit vor Schnelligkeit” arbeiten. Das beinhalte auch die sorgfältige Kontrolle der Arbeit und die Korrektur.

“Journalisten machen keine PR”, mahnt Punkt 5. Auf “jegliche Vorteilsnahme und Vergünstigung” sollen Journalisten zudem verzichten. Außerdem sollten sie “zwischen Fakten und Meinungen unterscheiden”.

“Der Medienkodex ist ein Navigationssystem in einer immer kommerzielleren Medienwelt und ein Instrument zur Selbstkontrolle der Journalisten”, erklärte der Vorsitzende des “Netzwerkes Recherche”, Thomas Leif.

Weitere Punkte, die der Kodex von Journalisten fordert, sind Fortbildung zur Qualitätsverbesserung sowie uneingeschränkter Informantenschutz.

Nach Aussage der Autoren von “Netzwerk Recherche” stehe der neue Medienkodex bewusst im Kontrast zum Pressekodex des Deutschen Presserates. Im Gegensatz zum 1973 vorgelegte Pressekodex richte sich der Medienkodex an alle Medienschaffenden, und nicht nur an die Presse-Vertreter.

Auch werde es kein zentrales Gremium wie den Presserat geben. Diesem wirft “Netzwerk Recherche” eine zu große Abhängigkeit von den Verlegern vor. Wenn Zeitungen oder Zeitschriften gegen den derzeit geltenden Pressekodex verstoßen, kann der Presserat sie öffentlich rügen. Das ist seine schärfste mögliche Sanktion. Diese Rügen sollen die Gerügten dann abdrucken. Dazu haben sich die Verlage verpflichtet; tun sie es nicht, hat der Presserat keine weiteren Mittel, um weitere Maßnahmen durchzusetzen.

“Der Pressekodex setzt auf eine komplizierte, juristische Fremdkontrolle der Presse, wir vertrauen auf eine sinnvolle, ethisch fundierte Selbstkontrolle der Journalisten”, sagte Leif.

Der Verein “Netzwerk Recherche” setzt sich für investigativen Journalismus ein. Er vertritt die Interessen von Journalisten, die bei ihrer Recherchearbeit Widerstand erfahren.

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