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“Ethische Normen sind unverzichtbar

Der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat sich für eine bessere Integration sowohl von jungen als auch älteren Menschen am Arbeitsmarkt ausgesprochen. Auf einer Veranstaltung der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag in Wiesbaden forderte Walter etwa eine konkrete Initiative zur Weiterbildung älterer Menschen. 
Von PRO

Foto: Campus Verlag

Damit käme die Wirtschaft ihrer Verantwortung nach, so Walter. "Nur so können wir der Herausforderung der demografischen Entwicklung in unserem Land begegnen." Gleichzeitig sei es notwendig, auch jüngere Menschen mit Unternehmen vertraut zu machen. "Wir reden viel von dualer Ausbildung, aber es gibt in unserem Land immer weniger Auszubildende. Wir Unternehmer müssen Lehrer, Eltern und Schüler davon überzeugen, dass es für Schüler sinnvoll ist, ein Drittel der Ferienzeit in Betrieben zu verbringen. Dann besteht die Chance, dass sich in der jungen Generation ein neuer Unternehmergeist entwickelt."

Walter, der von 1990 bis 2009 Chefvolkswirt der Deutschen Bank Gruppe war, plädierte zudem für eine ethische Ausrichtung der Wirtschaft. "Ein Unternehmer ist dann erfolgreich, wenn er sich nicht blind auf ein Ziel stürzt. Er muss das Potential von Mitarbeitern, Kapital und Ideen kombinieren, damit er Erfolg hat", so der Volkswirtschaftler, der Mitglied des Bundes Katholischer Unternehmer und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ist. "Mitgefühl, Ethik, Gesetze und Regeln dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es bedarf all dieser Flanken, damit Gesellschaft gelingen kann."

Wagner: Nicht nur Moral fordern

Ähnlich äußerte sich der Fraktionsvorsitzende der CDU im Hessischen Landtag, Christean Wagner. "Ethische Normen sind nicht nur ein grundlegender Wert an sich, sondern unverzichtbare Voraussetzung für mittel- und langfristigen Erfolg in Wirtschaft und Politik." Im Spannungsfeld zwischen der Freiheit des Einzelnen, unternehmerischen Organisationsstrukturen und ökonomischen Zwängen stelle sich die Frage, wie rechtliche und moralische Verantwortung in und von Unternehmen bemessen und zugewiesen werden kann, sagte Wagner.

Der CDU-Politiker forderte auch die Bürger auf, ihrer Verantwortung als Kunden für die Wirtschaft nachzukommen. "Moral fordern kann man als Bürger leicht, auch wenn man sich als Konsument dann doch für das billigste Produkt entscheidet, ohne sich darüber Gedanken zu machen, auf welche Weise es eigentlich entstanden ist. Unternehmensethik und aufgeklärtes Kundenverhalten sind zwei Seiten einer Medaille", sagte Wagner.

An dem bereits 7. Vortrag der von der hessischen CDU-Fraktion initierten Veranstaltungsreihe "Was uns leitet – Eine Kultur der Verantwortung" nahmen am Dienstagabend in Wiesbaden nach Angaben der Veranstalter rund 500 Personen teil.

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