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Es geht auch anders: Evangelikalen-Porträt im NDR

Die Gottesdienste enthalten laute Lobpreis-Musik, sind locker im Ton und gleichen einer Unterhaltungssendung im Fernsehen. Sehr ausgewogen und differenziert blickt ein NDR-Radiobeitrag in die evangelikale Welt.
Von PRO
In dem sehr differenzierten NDR-Beitrag äußert sich auch der Allianz-Vorsitzende Michael Diener zur aktuellen Diskussion

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In dem sehr differenzierten NDR-Beitrag äußert sich auch der Allianz-Vorsitzende Michael Diener zur aktuellen Diskussion
Die Evangelikalen bezeugten ihren Glauben sehr persönlich. Das sagt der Baptisten-Pastor und Journalist Andreas Malessa, der im Beitrag „Was bedeutet eigentlich ‚evangelikal‘?“ zu Wort kommt. Für ihn zeichne die Evangelikalen ein hohes ehrenamtliches Engagement und eine hohe Verbindlichkeit aus. Das holzschnittartiges Bild in der Öffentlichkeit entspreche oft nicht der Realität in den Gemeinden. Die Evangelikalen hätten ein breites Spektrum. Der Begriff „evangelikal“, der keine negative Konnotation habe, sei aber „unter die Räuber gefallen“.

Intensiv evangelisch

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Michael Diener, schloss sich in dem Radiobeitrag der Definition von Bundeskanzlerin Angela Merkel an, die die Evangelikalen als „intensiv evangelisch“ beschrieben hatte. Evangelikale deuteten und lebten ihr Leben vom christlichen Glauben her. Viele von ihnen könnten aber nur schwer akzeptieren, dass es in der säkularen und pluralen Gesellschaft keinen Grundkonsens der Werte mehr gäbe.Der Vizepräsident des EKD-Kirchenamtes, Thies Gundlach, warnte vor einem „Charismatiker-Bashing“. Dies führe zu einem verzerrten Bild, das den Evangelikalen nicht gerecht werde. Diese fragten in einer geistig und geistlich verunsicherten Zeit nach stabilen Orientierungspunkten und richteten ihre Lebensführung an den Maßstäben der Bibel aus.

Menschen, die mit Jesus Veränderungen erlebt haben

Der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz und scheidende ERF-Direktor Jürgen Werth räumte ein, dass es an den eigenen Rändern extreme Ausprägungen gebe, die aber auch bei Parteien oder Fußballvereinen vorhanden seien. Nur weil in Stadien auch Hooligans aufträten, stelle man nicht die ganze Bundesliga in Frage. Viele schauten auf die Ränder und rechneten dies auf alle Evangelikalen hoch. Er vermisse bei Kritikern oft genau die Toleranz gegenüber Evangelikalen, die sie von den theologisch konservativen Protestanten einforderten. Diejenigen an den Rändern täten gut daran, sich dem Dialog zu öffnen. Der NDR-Beitrag nimmt auch das Thema Homosexualität in den Blick. Für Michael Diener sei dies ein „Reizthema“. Während einige praktizierte Homosexualität als Sünde auffassten, forderten andere einen neuen Standpunkt in dieser Frage. Der NDR-Redakteur Daniel Kaiser stellt in seinem Beitrag zwei Hamburger und eine Lübecker Gemeinde vor. Während die freikirchlichen Gemeinden in Hamburg Hochglanz-Gottesdienste feierten, gehe es in der evangelisch-reformierten Gemeinde in Lübeck eher volkstümlich zu. Die Gläubigen fänden hier Dinge, die sie in der Kirche vermissten. „Vor allem die Gemeinschaft gibt Halt“, sagt eine der Gläubigen, die auch die freundliche und familiäre Atmosphäre schätzt. Prediger Michael Lohren bezeichnet seine Schäfchen als Menschen, „die Jesus Christus lieben und eine Veränderung in ihrem Leben erlebt haben“. Für EKD-Mann Thies Gundlach steht fest, dass der Garten Gottes „bunt und groß“ ist und die Evangelikalen dazugehören. Für Andreas Malessa ist das evangelikale Leben reicher, als es die Klischees darüber vermuten lassen. (pro)
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