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Erstmals Haftstrafe gegen 12-Stämme-Lehrerin

Erstmals ist ein Mitglied der Glaubensgemeinschaft „Zwölf Stämme“ wegen Prügelstrafen für Kinder zu einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht in Nördlingen verhängte eine zweieinhalbjährige Haftstrafe gegen die 56-jährige Angeklagte.
Von PRO
Die Glaubensgemeinschaft der 12 Stämme (hier bei einer Hochzeitszeremonie) stehen wegen ihrer Erziehungsmethoden in der Kritik. Zum ersten Mal wurde in Deutschland jetzt deswegen eine Haftstrafe ausgesprochen
Die Glaubensgemeinschaft der 12 Stämme (hier bei einer Hochzeitszeremonie) stehen wegen ihrer Erziehungsmethoden in der Kritik. Zum ersten Mal wurde in Deutschland jetzt deswegen eine Haftstrafe ausgesprochen
Wie die Augsburger Allgemeine meldet, soll die Lehrerin sechs Jungen der Sekte „Zwölf Stämme“ brutal mit Ruten geprügelt haben. Das Amtsgericht Nördlingen verhängte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Sie hatte sich nach Ansicht des Gerichts der Misshandlung Schutzbefohlener und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre verlangt, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe. Die Angeklagte hatte laut Augsburger Allgemeine und Bayerischem Rundfunk vor Gericht keine Reue gezeigt. Sie habe den Kindern mit ihren „Disziplinierungen“ helfen wollen, wird sie in der Zeitung zitiert. Die Sektenmitglieder wurden schon häufiger wegen Prügelstrafen verurteilt. Diese fielen allerdings niedriger aus. Die Opfer sind heute teils noch im Kindesalter oder junge Erwachsene.

„Sehr brutal, sehr kalt“

In bisherigen Fällen zu den Erziehungspraktiken der Zwölf Stämme wurden Bewährungs- aber keine Gefängnisstrafen verhängt. Laut Gericht sei im konkreten Fall die Vielzahl der Vorfälle, deren Brutalität und der Uneinsichtigkeit der Angeklagten ausschlaggebend gewesen. Im Gerichtssaal wurde das Video eines 23-jährigen Opfers abgespielt, der die Angeklagte als „sehr brutal, sehr kalt“ bezeichnete. Die Angeklagte selbst sagte, dass sie die Opfer immer dann gezüchtigt habe, „wann sie es gebraucht haben“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Zu Beginn der Woche hatte das Amtsgericht Nördlingen eine Mutter, die Mitglied der Zwölf Stämme ist, zu sechs Monaten Bewährungsstrafe und 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Sie hatte zugegeben, ihren achtjährigen Sohn zweimal mit einem Stock auf den Po geschlagen zu haben. Die Glaubensgemeinschaft Zwölf Stämme beruft sich bei ihren Erziehungsmethoden auf biblische Vorschriften. Mehreren Mitgliedern wurden laut Bayerischem Rundfunk bereits das Sorgerecht entzogen. Jugendamt und Polizei hatten in der Vergangenheit rund 40 Kinder aus der Glaubensgemeinschaft herausgeholt. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/die-macht-der-sekten-90083/
https://www.pro-medienmagazin.de/fernsehen/detailansicht/aktuell/zwoelf-staemme-verklagen-rtl-reporter-88906/
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