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Erstes deutschsprachiges Dschihad-Magazin

Die Terror-Organisation Islamischer Staat ist bekannt für ihre professionelle Medienstrategie. Seit Kurzem gibt es das erste deutschsprachige Dschihad-Magazin im Netz. Der Verfassungsschutz hat die Zeitschrift mit dem Namen „Kybernetiq“ schon im Blick.
Von PRO
Auf dem Titel des Dschihad-Magazins „Kybernetiq“ ist eine Patronenhülse neben einem USB-Stick abgebildet

Foto: Screenshot Magazin Kybernetiq

Auf dem Titel des Dschihad-Magazins „Kybernetiq“ ist eine Patronenhülse neben einem USB-Stick abgebildet
Auf dem Titelbild der Zeitschrift „Kybernetiq“ ist eine Patronenhülse neben einem USB-Stick zu sehen. Ein Mann mit Kurzfingerhandschuhen hält beide Gegenstände hoch. „Wir töten auf Basis von Metadaten“, ist daneben zu lesen. Das neue Magazin richtet sich an islamistische Terroristen, die Deutsch sprechen und auf ihre Online-Sicherheit bedacht sind. „Kybernetiq“ warnt vor dem Ausspionieren durch seine ernannten Feinde, die es vor allem in den amerikanischen Geheimdiensten sieht. Im Vorwort heißt es: „Es ist uns sehr wichtig, dass unsere Glaubensgeschwister den richtigen Umgang mit Software und Hardware erlernen.“ Die Beiträge des Heftes, , thematisieren den Kampf der Dschihadisten gegen die in ihren Augen „ungläubige“ Welt. Das Magazin soll die Sympathisanten der islamistischen Ideologie auch im Umgang mit der Technik vertraut machen.

Verfassungsschutz: Magazin zeigt Know-how und Sachverstand

Der Verfassungsschutz hat das Magazin aufgrund des „Know-hows und des Sachverstandes“ im Blick. Erstmals seien gängige Verschlüsselungstricks an einer Stelle auf Deutsch gebündelt, heißt es von einer Vertreterin der Behörde. Durch die professionelle Aufmachung könne „das konspirative Verhalten deutscher Salafisten zunehmen“. In dem 15-seitigen Heft erscheint lediglich ein Autor mit dem Namen „iMujahid“. Ob nur eine radikale Einzelperson produziert oder eine große Gruppe, ist nicht klar. „Die mordende Praxis, die hinter der islamistischen Ideologie steckt, ist in dem Tech-Magazin kaum sichtbar“, bilanziert Marc Röhlig vom Spiegel-Jugendportal „Bento“. Das Heft rufe nicht zu Gewalttaten auf und zeige auch keine blutigen Bilder.

„Online-Dschihad ernst nehmen“

Terrorismus-Experte Nico Prucha warnt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung davor, den Online-Dschihad nicht ernst zu nehmen. Die neue Zeitschrift sei ein Teil dieses Konzeptes. Sie solle Anhänger der Salafistenszene ermächtigen, digitale Verschlüsselungstechniken zu benutzen, und Dschihad-Kämpfern helfen, sich zu schützen. Dazu gehöre es auch, im Internet keine typischen Kampfnamen zu verwenden, sondern neutrale Spitznamen. Der Verfassungsschutz betont, dass es in dem Heft keinen Bezug auf konkrete Taten des Islamischen Staates (IS) oder anderer Terrorgruppen gebe sowie religiöse und ideologische Unterweisungen. Die Bekehrten sollten in ihrer Einstellung gefestigt und technisch weitergebildet werden. Für den Terrorismus-Experten Prucha ist die Vermischung von technischer Versiertheit und Dschihadismus bisher einzigartig. Im Heft gibt es eine Fortsetzungsgeschichte in Form einer islamischen Science-Fiction-Novelle. Bisher hatte die Terrormiliz IS im mehrsprachigen Heft „Dabiq“ und der englischen Ausgabe „Inspire“ für ihre Ziele geworben. Diese veröffentlichte die Gruppe in unregelmäßigen Abständen als PDF-Datei im Internet. Wann die nächste Ausgabe von „Kybernetiq“ erscheint, ist indes nicht bekannt. (pro)
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