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Erste Bibelgesellschaft in Aserbaidschan zugelassen

Im muslimisch geprägten Land Aserbaidschan ist jetzt eine Bibelgesellschaft staatlich zugelassen worden. Da das Alte Testament dort aber auf dem Index steht, ist ungewiss, was das für die Verbreitung der Bibel bedeutet.
Von PRO
Das Heydər-Aliyev-Zentrum in Baku ist ein Wahrzeichen Aserbaidschans

Foto: Gemeinfrei

Das Heydər-Aliyev-Zentrum in Baku ist ein Wahrzeichen Aserbaidschans

Nach 20-jährigem Bemühen ist es gelungen, eine Bibelgesellschaft im muslimisch geprägten Land Aserbaidschan anzumelden. Wie das Nachrichtenportal Christianity Today berichtet, herrscht allerdings noch Unklarheit darüber, welche Bücher der Gesellschaft auch in den Druck gehen dürfen. Der Leiter des weltweiten Austausches der Vereinigten Bibelgesellschaften, Terje Hartberg, zeigt sich trotzdem erfreut: „Es ist eine großartige Entwicklung, die ein neues Kapitel des Bibeldienstes für alle Christen in Aserbaidschan begründet.“
Die Bibelgesellschaft in Aserbaidschan muss die Literatur, die sie selbst druckt oder aus dem Ausland importiert, der Regierung vorlegen. Für jede Veröffentlichung bedarf es einen offiziellen Aufkleber, und der Vertrieb ist nur auf staatlich geprüften Veranstaltungen erlaubt. Laut der Nachrichtenagentur Forum 18, die sich thematisch auf Religionsfreiheit in Zentralasien spezialisiert hat, steht in Aserbaidschan zum Beispiel das Alte Testament auf dem Index. Demnach sind Texte aus diesem Teil der Bibel bei Polizeirazzien bereits beschlagnahmt worden.

Auf Platz 34 des Weltverfolgungsindex für Christen

In Aserbaidschan gehören 90 Prozent der Bevölkerung dem muslimischen Glauben an. Ein Großteil davon sind Schiiten (75 Prozent). Offiziell besteht Toleranz gegenüber Andersgläubigen. Das christliche Hilfswerk Open Doors führt Aserbaidschan aber auf Platz 34 des Weltverfolgungsindex von Christen. Demnach schenkt die Regierung Aserbaidschans der Religion viel Aufmerksamkeit. Das Maß der staatlichen Überwachung sei so hoch, dass Christen im Land nicht wüssten, wem sie noch vertrauen könnten.
In der Hauptstadt Baku gibt es eine evangelisch-lutherische Gemeinde mit knapp 80 eingetragenen Mitgliedern. Zum Bund der Evangeliums-Christen und Baptisten zählen sich 22 Gemeinden mit ungefähr 3.000 Mitgliedern. In fünf Adventisten-Gemeinden leben weitere 700 Kirchenmitglieder. Die Georgische Orthodoxe Kirche hat im Juni 2014 die Eparchie Saingilo im Nordosten von Aserbaidschan neu gegründet. Eine Eparchie ist eine Diözese der Ostkirche. Diese Kirche erhebt historischen Anspruch auf das Gebiet, in dem eine georgische Minderheit von ungefähr 11.000 Menschen lebt.
„Demokratie ist eine Staatsform, die Aserbaidschan lange nicht gekannt hat“, sagt der Open-Doors-Mitarbeiter Rolf Zeegers: „Das Regime in Baku besteht aus einer post-kommunistischen autoritären Gruppe von Herrschenden, die ihre Macht konsolidieren will.“ Der aserbaidschanische Präsident Ilcham Alijev plant, die Verfassung zu ändern, um seine Legislaturperiode von fünf auf sieben Jahre zu verlängern. Darüber hat er am 26. September in einem Referendum abstimmen lassen. Das Ergebnis wird für den 21. Oktober erwartet. Zeegers glaubt aber nicht, dass die angestrebte politische Veränderung „ernsthafte Konsequenzen“ für die Kirchen haben wird. (pro)Ägyptische Christen an Belastungsgrenze angelangt (pro)
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