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Erneut Mohammed-Karikaturist angegriffen

Der schwedische Mohammed-Karikaturist Lars Vilks ist während einer Konferenz an der Universität Uppsala tätlich angegriffen worden. Auslöser für die Attacke war ein Film, den der Künstler im Rahmen seines Vortrages zeigte. Darin war laut Augenzeugenberichten ein nacktes Männerpaar zu sehen, das eindeutige sexuelle Handlungen aneinander vornahm und das Mohammed-Masken trug.
Von PRO

Foto: msnbc.msn.com / pro

Der Künstler hatte 2007 in der schwedischen Regionalzeitung "Nerikes Allehanda" eine Mohammed-Karrikatur veröffentlicht, die den muslimischen Propheten als riesiges Hundedenkmal in der Mitte eines Kreisverkehr zeigte. Die Karikatur löste heftige Proteste von Muslimen aus, und der Künstler erhielt seitdem mehrfach Morddrohungen. Die islamische Terrororganisation Al-Qaida setzte ein Kopfgeld von umgerechnet 74.000 Euro auf die Ermordung Vilks aus.

Erst im März wurden in Irland sieben Verdächtige festgenommen, die einen Mordkomplott gegen den Künstler geplant hatten. In den USA sitzt seit September 2009 eine als "Dschihad-Jane" bekannt gewordene Islamistin in Haft, weil sie die Ermordung Vilks geplant haben soll. Körperlich angegriffen wurde der Schwede bislang allerdings nicht.

In Uppsala wurde Vilks zunächst schon vor Beginn des Vortrags von einer Handvoll Zuhörer beschimpft. Der Zeichner hatte die Stimmung angeheizt, indem er vor dem Beginn ins Publikum fotografiert und damit negative Reaktionen hervorgerufen haben soll. Das Thema der Vorlesung lautete ironischerweise: "Die Grenzen der Redefreiheit". Zu Beginn des Films sei die Veranstaltung dann in einen Tumult ausgeartet. Als die Fotos mit den eingangs beschriebenen Motiven auftauchten, hätten Leute im Publikum begonnen, lauthals zu protestieren. Unter anderem seien Forderungen aus dem Publikum laut geworden, die Vorführung des Films abzubrechen.

Während seine Präsentation auf der Leinwand im Hintergrund lief, sprang ein Mann aus der ersten Reihe unerwartet auf und stürzte sich auf den Zeichner. "Er schlug mir ins Gesicht, und ich verlor meine Brille", sagte Lars Vilks der schwedischen Nachrichtenagentur TT. Auch einen Kopfstoß habe er erlitten.

In dem Hörsaal, in dem 250 Zuhörer waren, kam es zu schweren Tumulten. Wie auf einem Video des Vorfalls von MSNBC zu sehen ist, versuchte eine Handvoll Männer, zu dem schwedischen Künstler vorzudringen. Die Polizei setzte Tränengas ein, warf sich auf die Angreifer und räumte den Hörsaal. Vilks wurde aus dem Saal eskortiert. Zwei Männer wurden festgenommen. Auf seinen dänischen Kollegen Kurt Westergaard war im Januar bereits ein Anschlag verübt worden. Aus Furcht vor möglichen Konsequenzen sagte das ZDF im Mai 2010 ein TV-Gespräch mit Westergaard ab. Die Presse sprach von einem Akt der Selbstzensur. (pro)
http://www.msnbc.msn.com/id/21134540/vp/37096670#37096670
https://www.pro-medienmagazin.de/journalismus.html?&news[action]=detail&news[id]=2658
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