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Erfolglose Sinnsuche bei Anne Will

"Gibt es ein Leben nach dem Tod?" Eine Antwort auf diese Frage suchte am Mittwochabend die Talkrunde von Anne Will. Dabei traf die Bundesvorsitzende der "Christdemokraten für das Leben", Mechthild Löhr, auf den Atheisten Philipp Möller und die muslimische Frauenrechtlerin Seyran Ateş.
Von PRO

Foto: NDR/Wolfgang Borrs

Ateş eröffnete die Diskussion mit der Schilderung eines Nahtoderlebnisses, als sie im Alter von 21 Jahren angeschossen worden war. Sie habe sich selbst von außen gesehen, also ihren Körper verlassen. Seitdem sei ihr Glaube fester geworden: "Ich halte am Glauben wegen meiner subjektiven Erlebnisse mit Gott fest – und deswegen, weil mir der Glaube an Gott hilft", sagte sie. Dabei sei es Teil des Glaubens, auch zu Zweifeln und über kritische Fragen nachzudenken.

Der evangelische Theologe und ehemalige sächsische Innenminister Heinz Eggert betonte die Wichtigkeit des Christentums für den Begriff der Menschenwürde und die Mitmenschlichkeit, etwa bei der Pflege von älteren und behinderten Menschen. "Historisch hat sich das Christentum von denen abgegrenzt, die die Schwachen umgebracht haben." Eggert lieferte sich Wortgefechte mit dem Pädagogen und Pressesprecher der atheistischen "Buskampagne", Philipp Möller. Letzterer bezeichnete den Glauben an eine Seele als "Wahnvorstellung", überhaupt habe man es beim christlichen Glauben "mit einer höchst unethischen Lehre zu tun".

Gemäßigter trat der Physiker, Kabarettist und Autor Vince Ebert auf, der sowohl Wissenschaft als auch Religion als "Systeme mit Vorteilen und Mankos" bezeichnete. Er erklärte das Phänomen der Nahtoderfahrungen mit der Fantasie und Irrationalität des menschlichen Gehirns, dass sich meisterlich darauf verstehe, sich zu täuschen.

Die Katholikin und Vorsitzende der "Christdemokraten für das Leben" Mechthild Löhr hob hervor, dass die großen Weltreligionen übereinstimmend von der "Seele" und von "Engeln" sprächen. "Ich glaube an Gott, weil ich das Leben als ein Geschenk empfinde, und ich denke, Gott schenkt uns nicht das Leben, um uns ein paar Jahrzehnte zuzuschauen und dann war’s das." Moderatorin Anne Will erkundigte sich nach Löhrs Vorstellungen von der Hölle und wies mit einem Einspielfilm darauf hin, dass die katholische Kirche die Hölle als Druckmittel benutze und durch den Ablasshandel kräftig an dieser Vorstellung verdient habe.

"Ohne Hölle ist es langweilig"

Nach mehreren Nachfragen gab Löhr schließlich zu, an die Hölle zu glauben, stellte aber zugleich die Frage, was denn die Hölle eigentlich sei. "Die ewige Trennung von Gott, der die Liebe ist, das Alleinsein, wenn ich die Liebe Gottes nicht erfahre, das ist die Hölle." Möller warf daraufhin in die Runde, dass "Leute schon für weniger in der Psychiatrie gelandet" seien, was eine Rüge Wills nach sich zog. "Ohne die Hölle", so Möller, "wäre die Geschichte von Gott so spannend wie ein Boxkampf ohne Gegner."

In den letzten Minuten der Sendung wurde mit einem weiteren Einspielfilm auf die Paradiesvorstellung von Islamisten eingegangen, nach denen Selbstmordattentäter mit 72 Jungfrauen belohnt werden. "Das muslimische Versprechen vom Paradies ist sehr missbrauchsanfällig", erklärte dazu Ateş.

"Letzte Ausfahrt Paradies" hieß die Talkrunde im Rahmen der ARD-Themenwoche "Tod" – der Zuschauer hat dadurch nur zwei Dinge gelernt. Zum einen: Ob es ein "ewiges Leben" gibt, lässt sich weder beweisen noch widerlegen. Zum anderen: In deutschen Talkshows mangelt es an Gästen, die eine fundierte biblische Theologie vertreten. (pro)

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