ERF-Chefin Thyroff setzt auf Wachstum durch Kooperationen

Seit einem Jahr leitet Susanne Thyroff ERF Medien. Ihr Ziel: mehr Reichweite ohne Verlust an inhaltlicher Tiefe. Im Gespräch mit PRO skizziert sie, wie Kooperationen und Social Media helfen sollen, die christliche Botschaft breiter zu verbreiten.
Von Norbert Schäfer
ERF-Medien-Chefin Susanne Thyroff

ERF-Medien-Chefin Susanne Thyroff setzt auf eine Strategie, die große Reichweite und inhaltliche Tiefe miteinander verbinden soll. Social Media diene dabei vor allem als Einstieg: „Das eine schließt das andere nicht aus“, sagte Thyroff am Rande der Willow-Creek-Leitungskonferenz in Dortmund. Über soziale Netzwerke erreiche ERF Medien inzwischen „mehr als zehn Millionen“ Menschen in Deutschland, während die klassischen, meist vertiefenden Formate auf eine jährliche Reichweite von rund 3,2 Millionen kämen. Kurze Clips und Ausschnitte sollen Interesse wecken und Nutzer gezielt zu ausführlicheren Angeboten führen. „Also es geht nicht beides auf einmal, aber das eine führt zum anderen.“

Nach Einschätzung Thyroffs ist die Vermittlung komplexer Inhalte direkt in sozialen Netzwerken schwierig. Zwar könne dort „mal ein Kernsatz dabei sein“, grundsätzlich gehe es aber „erst mal um Aufmerksamkeit und dann in die Tiefe“. Diese Logik prägt auch den Umgang des Medienhauses mit gesellschaftlicher Polarisierung. ERF arbeite auf der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz und verstehe sich als „politisch, aber überparteilich“. Ziel sei es, unterschiedliche Positionen darzustellen und dem Publikum Orientierung zu geben. „Wir kontrastieren verschiedene Meinungen und möchten den Hörer oder Leser oder den Zusehenden dazu bringen, sich eine eigene Meinung zu bilden.“

Keine Influencer-Strategien

Eine bewusste Abgrenzung nimmt ERF-Kommunikationschefin Katharina Heiser gegenüber klassischen Influencer-Strategien vor. Zwar kooperiere man punktuell mit reichweitenstarken Persönlichkeiten, eigene „Corporate-Influencer“ baue ERF jedoch nicht auf. „Wir möchten die Nachricht ins Zentrum stellen“, betonte sie. Reichweite entstehe bei ERF vor allem durch persönliche Glaubensgeschichten. „Wir haben auch Menschen im Fokus. Aber es kommt nicht auf die Person an, wer das jetzt genau ist, sondern es geht darum, was diese Person mit Gott erlebt hat und dass sie das weitergibt.“ Der Sender teile „keine Meinungen, sondern das Evangelium“.

Ein Jahr nach ihrem Amtsantritt sieht Thyroff vor allem Wachstumspotenzial. ERF verfüge bereits über große Reichweiten, habe aber mit Blick auf die 84 Millionen Menschen in Deutschland noch ehrgeizige Ziele. „Wir haben unglaublich viel Potenzial“, sagt sie. Strategisch setzt die Vorstandsvorsitzende auf drei Hebel: den Ausbau der Reichweite durch Skalierung bestehender Inhalte, verstärkte Kooperationen mit Gemeinden, Werken und Medienpartnern sowie eine systematische Wirksamkeitsprüfung aller Formate. Man arbeite bereits eng mit Sendern wie Bibel TV, Radio Horeb oder Domradio zusammen, die ERF-Formate übernehmen. Langfristig gehe es darum, „jedem Einzelnen“ die christliche Botschaft zugänglich zu machen.

Auf die Frage nach ihrer persönlichen Vision für die kommenden Jahre antwortete Thyroff knapp und ambitioniert: „Ich möchte, dass wir die 84 Millionen Menschen in Deutschland erreicht haben.“

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