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Engel aus Syrien

Viele Asylbewerber kommen lediglich nach Deutschland, um vom Sozialsystem zu profitieren. Das glaubt mehr als die Hälfte der Bundesbürger und folgt damit keiner sehr christlichen Haltung. Ein Kommentar von Stefanie Ramsperger
Von PRO
Eine Christin in Syrien brennt Kerzen an. Nicht nur Christen leiden unter der Lage im Land

Foto: Johannes Gerloff

Eine Christin in Syrien brennt Kerzen an. Nicht nur Christen leiden unter der Lage im Land
Mehr als 60 Prozent aller Bürger sind der Meinung, dass Deutschland nicht ganz so großzügig sein sollte, wenn es darum geht, über Asylanträge zu entscheiden. Dass diejenigen, die sich um Asyl in Deutschland bemühen, in ihrer Heimat verfolgt werden, bezweifeln sie. Diese Stimmungslage gegenüber Flüchtlingen offenbarte nun eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Tatsächlich hat sich Deutschland verpflichtet, Menschen, die in ihrem Heimatland verfolgt werden, aufzunehmen. Aus Syrien sind in diesem Jahr die meisten Flüchtlinge eingereist. Bis September waren es nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge knapp 25.000, Tendenz steigend. Wer die Zustände in dem Land beobachtet und ernsthaft bezweifelt, dass die Menschen in ihrer Heimat verfolgt werden, liegt schlichtweg falsch. Amnesty International redet vom Krieg in Syrien als der schlimmsten Flüchtlingskatastrophe seit Jahrzehnten. Die EU gebe ein miserables Bild ab und stelle „beschämend wenige Plätze“ für Flüchtlinge zur Verfügung. Zugegeben, von allen europäischen Ländern nimmt Deutschland mit Abstand die meisten Flüchtlinge auf. Das hängt damit zusammen, dass die Bundesrepublik wirtschaftlich vergleichsweise gut dasteht. Gleichzeitig ist es für die Städte und Kommunen nicht immer leicht, so viele neue Menschen zu beherbergen. Es stimmt auch, dass die Flüchtlinge gerne nach Deutschland kommen. Die Bundesrepublik hat einen guten Ruf – durchaus auch wegen ihres Sozialsystems. Heißt das aber automatisch, dass die Menschen, die kommen, Sozialschmarotzer sind? Wohl kaum. Es ist für niemanden leicht, seine Heimat zu verlassen. Schon gar nicht unter den Umständen, die derzeit in Syrien an der Tagesordnung sind. Wer will da schon Familie und Freunde zurücklassen? Viele Flüchtlinge haben Angst vor einem Neuanfang, sind traumatisiert und lassen eine gesicherte Existenz hinter sich. Es ist ein großer Irrtum, anzunehmen, dass nur die sozial Benachteiligten flüchten. Im Gegenteil, die Gutbetuchten sind es oft, die sich die Schleuser leisten können, die sie aus dem Land bringen – oft unter dramatischen Umständen. Wer ernsthaft glaubt, dass die Menschen dies freiwillig tun, irrt. Gerade für Christen wäre eine herzliche Willkommenshaltung angebracht, statt Ablehnung und Skepsis. In der Sprache der Bibel heißt das: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“ (Hebräer 13,2)
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