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Empörung über Anschlag auf Christen in Kenia

Am Sonntag haben maskierte Attentäter während der Gottesdienste Granaten in zwei Kirchen in Garissa im Osten Kenias geworfen. Bei den Anschlägen wurden 17 Menschen getötet, 40 wurden verletzt. Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Gerhard Ulrich, der selbst gerade in Kenia ist, verurteilte die Attentate scharf, ebenso Politiker in Berlin.
Von PRO

Foto: The Advocacy Project (CC-BY-NC-SA)

Die Vermummten schossen auch auf einige der Christen bei den Überfällen in der Stadt Garissa nahe der somalischen Grenze im Nordosten Kenias. Die Angreifer entkamen unerkannt. Die Polizei vermutet die islamistische Schabab-Miliz aus Somalia hinter den Angriffen. Garissa befindet sich nahe dem Flüchtlingslager Dadaab und der Grenze zu dem von Bürgerkrieg und Terror zerrütteten Somalia. Seitdem das kenianische Militär im vergangenen Jahr mit Tausenden Soldaten dort einmarschierte, um die radikalislamische Miliz al-Schabab zu bekämpfen, ist Kenia mehrfach das Ziel von Terroranschlägen gewesen. Al-Schabab will in Somalia einen islamischen Gottesstaat errichten.

Im Februar wurde bekannt, dass sich al-Schabab dem Terrornetzwerk al-Qaida angeschlossen hat. Erst am Freitag waren bei einem Überfall im Flüchtlingslager Dadaab vier ausländische Helfer aus Norwegen, Kanada, Pakistan und von den Philippinen entführt worden. Ihr Fahrer war bei dem Angriff getötet worden, drei weitere Mitarbeiter der norwegischen Hilfsorganisation NRC wurden verletzt.

Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) Gerhard Ulrich (Kiel) hat die Anschläge verurteilt. Wie es in einer Pressemitteilung des Lutherischen Weltbundes heißt, befindet sich Ulrich derzeit auf einer Besuchsreise in Kenia in seiner Funktion als Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes. Die Attacken stellten nicht nur einen Angriff auf die Christen, sondern auf das gesamte kenianische Volk dar, so der Bischof. Am heutigen Dienstag sprach Ulrich mit der deutschen Botschafterin in Nairobi über die Lage der Christen im afrikanischen Land.

"Hochrangige Vertreter der Regierung und Sprecher aller Religionen haben ihre Solidarität mit den Opfern bekundet", sagte Ulrich. "Diese Verbundenheit geht über alle Grenzen der politischen und ethnischen Zugehörigkeit hinweg." Die Kirchen in Kenia hätten zusammen mit Muslimen und anderen religiösen Gemeinschaften seit Jahren für Verständigung zwischen den Religionen und den ethnischen Gruppen geworben, betonte der Geistliche. "Diese friedenserhaltenden Initiativen müssen auf allen Ebenen weiter gehen und verstärkt werden, um extremistischer Kriegstreiberei offensiv entgegen zu treten."

"Ausdruck einer menschenverachtenden und barbarischen Gesinnung"

Auch der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU), der sich seit Jahren gegen Christenverfolgung weltweit einsetzt, hat die Anschläge auf die zwei christlichen Kirchen in Kenia als alarmierend bezeichnet. Bei diesen Attacken sei zu sehen, "wohin gewaltbereiter religiöser Extremismus führt, und wie handfest die mit ihm verbundenen Gefahren sind", sagte Kauder am Montag in Berlin. Zum anderen sei es erschreckend, dass christliche Kirchen nun auch in einem mehrheitlich christlichen Land zu Zielen von Anschlägen würden.

Wie der "Evangelische Pressedienst" berichtet, bezeichnete der Sprecher der Gruppe "Christen in der FDP-Bundestagsfraktion", Patrick Meinhardt, die Angriffe als Ausdruck einer menschenverachtenden und barbarischen Gesinnung. Es werde Zeit, dass die Afrikanische Union ein klares Signal für den Schutz der Religionsfreiheit und gegen die Brutalität islamistischer Gruppierungen gegen Christen aussende, sagte er. (pro)

Im August 2012 erscheint im Verlag "SCM Hänssler" das Buch "Verfolgte Christen – Einsatz für die Religionsfreiheit" von Volker Kauder. Lesen Sie Auszüge aus dem Buch in der kommenden Ausgabe des Christlichen Medienmagazins pro 4/2012. Kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915151, via E-Mail an info@pro-medienmagazin.de oder online unter www.pro-medienmagazin.de.

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