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Eltern ignorieren Internet-Gefahren

Eltern reden viel darüber, dass Kinder im Internet vor Gefahren geschützt werden müssten, tatsächlich befolgen aber nur die wenigsten die Sicherheitshinweise von Jugendschützern und Experten. Diese Einschätzung vertritt der britische Polizeichef Jim Gamble in einem Interview mit der "Times". 
Von PRO

Foto: Pro

Gamble ist Chef der britischen Child Exploitation and Online Protection Centre (Zentrum für Kinderausbeutung und Internetsicherheit, CEOP) und damit verantwortlich für den Jugendschutz im Internet. Das Zentrum ist ein Arbeitsbereich der britischen Polizei. Seiner Ansicht nach verstecken sich zu viele Erziehungsberechtigte hinter "technologischer Ignoranz", statt sich mit Ratschlägen auseinanderzusetzen, wie sie ihre Kinder entsprechend vor Internet-Bedrohungen schützen könnten. Dadurch hätten Pädophile und Kriminelle leichtes Spiel bei der Kontaktaufnahme.

 

Sexualstraftäter nutzen Social Networks

Vor allem so genannte Social Networks seien zunehmende Schauplätze sexueller Übergriffe auf Minderjährige. Laut Gamble nimmt die Bedrohung außerdem zu, weil die Grenzen zwischen Offline- und Onlinewelt, durch Netzwerke, Instant Messaging und mobilen Webzugang zunehmend verschwimmen. "Eltern müssen wissen, was hier passiert und wovon die Bedrohung ausgeht. Es geht nicht um Pädophile, die Fotos sammeln, es geht um Sexualstraftäter, die das Web benutzen, um ihre Opfer zu finden", warnt Gamble. Viele Eltern würden allerdings die Konfrontation mit den Gefahren scheuen und auch keinen Rat suchen, da sie "unfähig sind, sich mit der harten Realität auseinanderzusetzen", meint Gamble.

Viele Erwachsene nutzten das Internet zwar kompetent für ihre Zwecke, buchten beispielsweise den Urlaub online. "Wenn es allerdings darum geht, sich damit zu beschäftigen, wie das eigene Kind im Web geschützt werden kann, wenden die meisten Leute die zur Verfügung stehenden Informationen nicht entsprechend an", so der Polizeichef weiter.  

CEOP verzeichnete im vergangenen Jahr rund 2.500 Meldungen über Fälle, in denen Kindern online einer Bedrohung ausgesetzt waren. Die Hälfte der Meldungen kam allerdings nicht von Eltern, sondern von Teenagern unter 18 Jahren. In 89 Prozent der Fälle ging es um sexuelle Übergriffe von Pädophilen im Netz. (PRO)

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