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Elstner: “Direkten Draht zu Gott gefunden”

Sechs Gäste widmeten sich in der Sendung "Menschen bei Maischberger" am gestrigen Dienstag dem Thema "Himmel, Herrgott! Wieviel Religion braucht man zum Leben?". Viel Erhellendes hatten die Diskutanten dabei allerdings nicht zu verkünden. Die beste Figur machten der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) sowie die Sprecherin der "Generation Benedikt", Sophia Kuby.
Von PRO

Foto: ARD /pro



Außerdem gehörten Fernsehmoderator Frank Elstner, die Theologin Uta Ranke-Heinemann, die konvertierte Muslima Nora Illi sowie die atheistische Schriftstellerin Karen Duve zu den Diskussionspartnern. Der gläubige Katholik und "Wetten, dass…!"-Erfinder Frank Elstner berichtete, wie er mit 13 Jahren auf ein erzbischöfliches Internat gekommen sei. Dem Aufbegehren gegen die dortigen Strukturen und die katholische Kirche folgte ein Rückkehrprozess bis zum heutigen Tag: "Ich habe die Kirche lange nicht ernstgenommen, weil die Entscheidungen der Menschen, die sie prägten, mir nicht gefallen haben", bekannte der Moderator. Mittlerweile habe er einen direkten Draht zu Gott, dessen Bild er sich aufgrund seiner Lebenserfahrungen "gebacken" habe.



Durch das Teilen einer Partnerschaft reich werden



Als spannendste Frage seines Lebens bezeichnete Norbert Blüm die Frage, ob es einen Gott gibt oder nicht: "Dies ist wohl eine angeborene Sehnsucht der Menschen, ob es etwas Größeres gibt." Der Tod von Jesus am Kreuz sei der Höhepunkt davon, dass Gott Mensch geworden ist und das Leid der Menschen teile. Die Ehe von Mann und Frau verteidigte Blüm als unverwechselbares Ideal: "Zwei Menschen teilen eine Partnerschaft und werden dadurch reich. Dieses Ideal sollten wir nicht aufgeben, auch wenn manche Ehen scheitern."



Die Theologin Uta Ranke-Heinemann schien die Sendung zu nutzen, um ihre privaten Scharmützel mit der Katholischen Kirche auszutragen. Die erste Frau der Welt mit einem Lehrstuhl für katholische Theologie hatte schon früh die Sexualmoral der Katholischen Kirche angeprangert und öffentlich an theologischen Grundfesten wie der Jungfrauengeburt gezweifelt. Daraufhin wurde ihr die Lehrerlaubnis entzogen: "Von Glaube, Liebe und Hoffnung ist mir der Glaube abhanden gekommen. Das Christentum ist zur Märchenreligion geworden, wenn ich Geschichten höre, wo Jesus über das Wasser läuft oder Wasser in Wein verwandelt." Die Tochter des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann konvertierte mit 18 Jahren zum Katholizismus. Aber auch an der evangelischen Lehre stören sie viele Dinge: "Warum gibt es die blutige Erlösung? Die Christen haben Gott zu einem Dämon gemacht. Gott ist nicht ein Vater, der seinen Sohn verbluten lässt."



Nicht auf einen Moralkodex reduzieren



Für die überzeugte Atheistin und Buchautorin Karen Duve gibt es viel wichtigere moralische Leitlinien als die Zehn Gebote. So sollten Menschen etwa keinen Raubbau mit dem Planeten Erde betreiben. Enttäuscht zeigte sie sich auch davon, dass vielen Frauen in arabischen Ländern die Chancen auf ihren Wunschberuf verwehrt würden: "Sie könnten alle Freiheiten haben." In Bezug auf den christlichen Glauben äußerte sie auch ihre Zweifel: "Warum soll es gut sein, etwas zu glauben, was sich nicht beweisen lässt?" Zugleich sei es arrogant zu glauben, im Besitz der allein selig machenden Wahrheit zu sein. Religion halte sie für irrational, wissenschaftsfeindlich und gefährlich. Die Frage nach der Ewigkeit wollte Duve "erwachsen beantwortet wissen": Dies führe dazu, das Leben hier mit Nichtachtung zu belegen. Sich nach der Moral zu richten, sei aber immer besser als sich nach der Religion zu richten.



Sophia Kuby, Sprecherin der "Generation Benedikt", einer Organisation papsttreuer Katholiken, hielt es für gefährlich, die Religion auf einen Moralkodex zu reduzieren. Viel wichtiger für die Menschen sei es, in dem Bewusstsein zu leben, von Gott geliebt zu sein. Als Christ zu leben und dann unmoralisch zu handeln, stoße vielen Menschen vor den Kopf. Natürlich gebe es im Glauben viele Dinge, die nicht nachvollziehbar und mysteriös seien, aber gerade diese Dinge gelte es eben im Glauben anzunehmen: "Wenn man in der Religion alles bis ins Letzte verstehen würde, wäre es nicht die Religion."



Seit die Christin Nora Illi zum Islam konvertierte, bedeutet dieser für sie nicht nur eine Religion, sondern das ganze Leben. Die volle Verschleierung mit einer Nikab biete ihr Schutz: "Die Menschen müssen erst ins Gespräch mit mir kommen, bevor sie über mich urteilen." Die Nikab zu tragen, war für sie eine freiwillige Entscheidung: "Im Gegensatz zum Christentum ist der Islam für ihre Gläubigen keine Nebensache, sondern fast immer in deren Leben integriert." Auch in der Mehrehe sah Illi Vorteile, weil sie dazu verpflichte, Verantwortung zu übernehmen. (pro)

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