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EKD-Studie: Last und Lust des Ehrenamtes

Die Evangelische Kirche kann sich auf 216 Millionen geleistete Stunden durch ehrenamtliche Mitarbeiter stützen. Dies geht aus einer Studie hervor, die die Evangelische Kirche in Deutschland am heutigen Mittwoch vorgelegt hat.
Von PRO

Foto: Kzenon / fotolia

Durchschnittlich übernimmt ein Ehrenamtlicher in einer Gemeinde vier verschiedene Aufgaben. 26 Prozent der Befragten haben sogar fünf bis sieben Aufgaben übernommen und wiederum jeder Siebte leistet seinen Dienst in acht oder mehr Bereichen. Diejenigen, die nur eine Aufgabe übernehmen, gehören mit 14 Prozent deutlich zur Minderheit.

Ehrenamt nicht nur in der Kirche

52 Prozent der Ehrenamtlichen sind auch außerhalb der Kirche freiwillig aktiv und engagieren sich in Vereinen, Verbänden oder sozialen Diensten. Fast jeder Zehnte der Befragten ist noch politisch in der Kommunalpolitik oder aber in Bürgerinitiativen aktiv. Gefragt wurde auch nach der Dauer der ehrenamtlichen Tätigkeit: 24 Prozent engagieren sich bereits länger als 26 Jahre, 21 Prozent wurden in den letzten fünf Jahren aktiv.

Durchschnittlich betätigt sich ein Ehrenamtlicher 14 Stunden im Monat in einer Kirchengemeinde. Über die Gesamtzahl der Ehrenamtlichen in evangelischen Kirchengemeinden gibt es unterschiedliche Angaben: Die EKD-Statistik nennt 1,1 Millionen Ehrenamtliche, orientiert an einem Freiwilligensurvey, des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche ergibt sich eine Zahl von 1,5 Millionen Ehrenamtlichen.

Am jüngsten sind die Mitarbeitenden in der Konfirmandenarbeit mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren. Aufsteigend folgen die Kinder- und Jugendarbeit mit etwa 25 Jahren, die Mitarbeit im Kindergottesdienst (41 Jahre) und das Singen im Chor (48 Jahre). In der Seniorenarbeit dominiert die Generation 60-plus. Ein ebenso hohes Durchschnittsalter findet sich beim gemeindlichen Besuchsdienst (64 Jahre) und in der Gemeindediakonie (65 Jahre).

Frauen sind besonders aktiv

Frauen dominieren in fast allen Bereichen, wobei dies am ausgeprägtesten beim Kindergottesdienst (90 Prozent), beim Besuchsdienst (86 Prozent) und in der Seniorenarbeit (83 Prozent) ist. Etwas mehr Männer als Frauen betätigen sich ehrenamtlich als Küster- oder Hausmeister (41 Prozent). 74 Prozent sind zufrieden mit der ihnen entgegengebrachten Anerkennung. Mehr Anerkennung wünscht sich ein Teil derjenigen, die Küster-Aufgaben wahrnehmen (14 Prozent) oder die in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv sind (11 Prozent). Die Ehrenamtlichen fühlen sich stärker zeitlich als inhaltlich überfordert. Die Ehrenamtlichen kamen je nach Tätigkeitsfeld unterschiedlich ausgeprägt durch Ansprache, Eigeninitiative oder ein Hineinwachsen zu ihren Aufgaben. In der Studie heißt es: „Das Hineinwachsen ins Engagement stellt für Kirchengemeinden einen wichtigen Zugang dar.“

Fördern und weiter professionalisieren

Eine explizit religiöse Unterstützung während ihres Dienstes wünscht sich jeder Fünfte. Verbesserungsbedarf sehen die Befragten vor allem im Hinblick auf Austausch, transparente Information sowie Fortbildung. Auf den ersten Plätzen rangieren der Wunsch nach einem hauptamtlichen Ansprechpartner (52 Prozent), einem guten Informationsfluss (46 Prozent) und der Möglichkeit zum Austausch (41 Prozent). „Alles in allem hat das Ehrenamt in den Kirchengemeinden eine sehr gute Basis“, heißt es in der Zusammenfassung der Studie. In vier exemplarisch untersuchten Kirchenkreisen liegt der Anteil der Ehrenamtlichen gemessen an der Gesamtzahl derKirchenmitglieder bei etwa 0,5 Prozent. In der Zukunft soll die Ehrenamtskultur in den einzelnen Kirchengemeinden gefördert und weiter professionalisiert sowie gezielt Defizite in den einzelnen Bereichen beseitigt werden.

Durchgeführt hat die Studie das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD. Insgesamt haben sich 1.878 Ehrenamtliche aus 221 Gemeinden beteiligt, von denen zwei Drittel weiblich waren. Die Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wurden nicht angeschrieben, da dort jüngst auch eine Umfrage zum Ehrenamt durchgeführt wurde. Die Studie ist ab Mai 2013 beim Sozialwissenschaftlichen Institut erhältlich. (pro)

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