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EKD-Chef: „Ich bin nicht Charlie“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat sich gegen eine zu starke Solidarisierung mit der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo ausgesprochen. Er schätze deren Inhalte nicht, sagte er am Mittwoch in Berlin.
Von PRO
Heinrich Bedford-Strohm ist nicht Charlie. Er legt Wert auf die Achtung religiöser Gefühle

Foto: pro

Heinrich Bedford-Strohm ist nicht Charlie. Er legt Wert auf die Achtung religiöser Gefühle
Beford-Strohm fühle mit den Opfern der Anschläge in Frankreich. Dennoch gelte für ihn: „Ich bin nicht Charlie“. Vieles, was die Zeitung abdrucke, zeuge nicht von Qualität. Das sagte der Ratsvorsitzende am Mittwoch beim „Treffpunkt Gendarmenmarkt“, einer Veranstaltungsreihe seiner Kirche. Obwohl für ihn religiöse Gefühle schützenswert seien, wandte er sich gegen eine Verschärfung des sogenannten Blasphemieverbots in Deutschland als „Schnellreaktion“ auf die Attentate in Paris. Für ihn sei klar, „dass Gott nicht beleidigt werden kann“. Und weiter: „Der beste Weg, um Unsinn in die Schranken zu weisen, ist, souverän deutlich zu machen, dass es Unsinn ist.“ Dafür sei das Mittel des Strafrechts nicht geeignet.

Kritischen Diskurs im Islam voranbringen

Er wolle all jene Muslime unterstützen, die innerhalb der eigenen Religion einen selbstkritischen Diskurs über die Interpretation des Koran anregten. Dazu sei es auch notwendig, islamische Fakultäten in Deutschland zu schaffen. Der Koran sei heute ebenso umstritten, „wie es die Bibel lange Zeit war“. Der bayerische Landesbischof forderte aber auch eine „religiöse Alphabetisierung“ hinsichtlich christlicher Inhalte. Dass eine Berliner Zeitung jüngst titelte „Gott ist doof“, habe vor allem mit Unwissen hinsichtlich der christlichen Lehre zu tun. Eine solche zu vermitteln ist für ihn „Aufgabe der Schule“. Er sei davon überzeugt, dass der christliche Glaube gerade jungen Menschen „ganz viel geben kann“. Bedford-Strohm rief Christen außerdem dazu auf, Gespräche mit Religionskritikern zu suchen. Die Kirchen hätten zwar die Deutungshoheit in der Gesellschaft verloren. Sie seien aber nach wie vor Teil einer pluralistischen Gesellschaft und Ort ethischer Diskurse. Wer über Gott nachdenke, müsse auch über seinen Nächsten und den Umgang mit ihm nachdenken. Das gehöre zum Christsein dazu, schließlich wüssten Gläubige darum, dass sie „mit Haut und Haar“ durch Gott angenommen seien. (pro)
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