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Einmal Döner mit Luther, bitte!

Der regelmäßige Dönergenuss einiger Mitarbeiter hat für die Allianz-Mission in Mittelhessen geschichtsträchtige Folgen. Seit wenigen Tagen ziert eine originale Lutherschrift das Büro des Geschäftsführers Jochen Schmidt. Wie beides zusammenhängt, hat pro herausgefunden.
Von Anna Lutz
Mittagstisch mit Folgen: Weil der Geschäftsführer der Allianz-Mission gerne Döner isst, ziert sein Büro nun eine Orignalseite aus Luthers Gesamtwerk
Mittagstisch mit Folgen: Weil der Geschäftsführer der Allianz-Mission gerne Döner isst, ziert sein Büro nun eine Orignalseite aus Luthers Gesamtwerk

Es muss der Geist der Reformation sein, der dieser Tage im mittelhessischen Ewersbach weht. Wie sonst ist zu erklären, dass eine Originalschrift des Reformators Martin Luther auf wundersame Weise im Büro des Geschäftsführers der Allianz-Mission gelandet ist? Und zwar ausgerechnet durch die Hände eines muslimischen Dönerverkäufers.

Die Geschichte beginnt, wie so viele, beim Essen. Zusammen mit einem Mitarbeiter kehrt der Geschäftsführer der Missionsgesellschaft, Jochen Schmidt, regelmäßig zu Kebab und Fladenbrot in einem Dönerladen nahe dem gemeinsamen Arbeitsplatz ein. Als er für eine Veranstaltung im eigenen Haus unlängst raue Mengen des beliebten Fastfoods ordert, kommt er mit dem muslimischen Chef ins Gespräch. „Was macht ihr eigentlich so?“, fragte der. Schmidt erinnert sich für pro an seine Antwort: „Nun, wir sind eine Missionsgesellschaft. Christlich.“

Ein 500 Jahre altes Geschenk

Wochen später sehen sich die beiden Männer wieder. „Ihr habt also mit dem Christentum zu tun?”, fragt der Ladenbesitzer. „Mit Luther auch?“ Wie habe er im Jahr des Reformationsjubiläums etwas anderes als Ja antworten können, berichtet Schmidt. Daraufhin erzählt der Dönerverkäufer, dessen Namen Schmidt noch nicht einmal kennt, von einem Freund, der ein Pfandleihhaus betreibe. In dessen Besitz befinde sich auch eine Originalseite aus Luthers Gesamtwerk von 1572. Mit der könnten sie als Moslems freilich wenig anfangen. Deshalb würde er gerne dafür sorgen, dass der Pfandleiher sie der Allianz-Mission schenke.

Luther in Ewersbach: Dieses Schriftstück hängt nun bei der Allianz-Mission Foto: Jochen Schmidt
Luther in Ewersbach: Dieses Schriftstück hängt nun bei der Allianz-Mission

Schmidt kann es bis heute kaum glauben: Einen 500 Jahre alten Originaldruck von Luther – so etwas erwirbt man für viel Geld bei Ebay oder im Antiquariat. Er aber sollte sie nun einfach so bekommen. „Das war wirklich super!“, sagt Schmidt, der das Angebot selbstredend annimmt. Schon wenige Tage später schmückt das historische Dokument mit Echtheitszertifikat seine Bürowand. Dort hängt es bis heute. „Wenn wir das nächste Mal Döner essen, werden wir sicher noch einmal über Luther sprechen“, sagt er und freut sich schon auf die Begegnung. (pro)

Von: al

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