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Einflussreiche Bibellehrerin verlässt Southern Baptists

Lange war sie bei den konservativen Baptisten in den USA weithin beliebt – bis sie Donald Trump und Übergriffe auf Frauen kritisierte. Nun kehrt Beth Moore ihrer Denomination den Rücken.
Von Nicolai Franz
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Foto: Living Proof

Beth Moore verlässt die Southern Baptists

Es war im Sommer 2016, als Beth Moore laut eigener Aussage den „Schock meines Lebens“ bekam. Sie hatte gerade die „Access Hollywood“-Aufnahmen gehört, auf denen der damalige US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump über sexuelle Angriffe auf Frauen prahlte. „Das war nicht nur sexuelle Unmoral“, sagte Moore laut Christianity Today, „das roch nach sexuellen Übergriffen“.

Moore erwartete, dass ihre eigene Denomination, die Southern Baptists, sich über die Aussagen Trumps empören würden – schließlich hätten sie das auch nach Bill Clintons Sex-Affäre in den 1990er Jahren getan. Stattdessen hätten sie Trump im Wahlkampf sogar unterstützt. Seine Positionen gegen Abtreibung hätten seine für konservative Christen negative Seiten überdeckt.

Die Bibellehrerin Moore war bis dato bei den stark konservativ geprägten Southern Baptists akzeptiert, hielt Vorträge in vollen Hallen und verkaufte Millionen Bücher. Das änderte sich, als sie öffentlich ihre Stimme gegen Trump und gegen Fehlverhalten gegenüber Frauen im Allgemeinen erhob. Unter ihren Kritikern galt sie nun als „liberal“ und „woke“. Nach Angaben von Christianity Today litt auch ihre Organisation Living Proof Ministries finanziell unter der Kritik, die ihr aus den eigenen Reihen entgegenschlug.

Verlag vertreibt weiter Bücher

Im Zuge der Diskussionen über Rassismus in den USA hatten bereits einige einflussreiche schwarze Pastoren die Denomination verlassen. Auch Moore fühlte sich mehr und mehr unwillkommen. Eine Passage im Galaterbrief, über den sie gerade ein Buch schrieb, habe sie besonders getroffen. Dort schreibe Paulus über Petrus, dass er „nicht richtig handelte nach der Wahrheit des Evangeliums“. Moore sah die Southern Baptists ebenfalls auf dem falschen Weg. „Es fühlte sich an, als seien wir auf dem Mars gelandet.“ Vergangene Woche wurde öffentlich, dass Moore sich nicht mehr als Southern Baptist sieht. Mit ihrem Mann besucht sie nun eine andere Kirchengemeinde, die zwar nicht eng an die Southern Baptists gebunden ist, aber „evangeliums-getrieben“ sei.

Ihre Partnerschaft mit dem Verlag Lifeway, der zur Southern Baptist Convention gehört, wird teilweise fortgesetzt. Der Verlag wird weiterhin Bücher von Moore vertreiben, aber keine neuen veröffentlichen und auch keine Veranstaltungen von Moore mehr organisieren. „Unsere Verbindung mit Beth ist nicht beendet, wir werden Beth in den nächsten Jahren weiter lieben, für sie beten und sie unterstützen“, schrieb eine Verlagsverantwortliche in einer E-Mail.

Von: Nicolai Franz

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