Das christliche Medienmagazin

Eine Million klicken sich zum “Leben mit Gott”

So funktioniert Evangelisation in der Postmoderne: Eine Million Menschen haben sich durch die Internetseite "Gottkennen.com" nach eigenen Angaben bereits für ein Leben mit Jesus entschieden. Die 2006 geschaffene Homepage will Nichtchristen das Evangelium nahebringen – und das interaktiv.
Von PRO

Gott kennenlernen funktioniert in fünf Schritten – zumindest auf der evangelistischen Internetseite “Gottkennen.com”. Bis zu 1.000 User am Tag machen hier Bekanntschaft mit dem “Größten” und das seit Januar 2006, als die Internetpräsenz online ging. Besucher der Seite können sich durch das Fünfpunkteprogramm hindurchklicken.

Gott kennenlernen in fünf Klicks

Schritt eins ist der “Liebesbrief des Vaters”, bestehend aus Bibelversen, die die Nähe Gottes zum Lesenden zum Ausdruck bringen sollen. “Alle Tage deines Lebens habe ich in mein Buch geschrieben” steht dort oder: “Von Geburt an bin ich dein Halt.” Das Gedicht schließt mit einem Vers aus dem Lukas-Evangelium: “Ich erwarte dich”.

Ein Klick, und der Leser gelangt zu Punkt zwei des Kennenlernens, der heißt “Gott hat ihr Leben verändert”. Es sind die Lebensgeschichten zahlreicher Christen, die hier aufgeführt sind und Mut machen sollen. Unter ihnen sind etwa die einer zum Christentum übergetretenen Muslimin oder des Fußballstars Zé Roberto, der zuletzt Medienaufmerksamkeit erhielt, weil er öffentlich erklärte, nach seiner Sportkarriere Pastor werden zu wollen.

Im nächsten Schritt bitten die Macher, der Verein “Campus für Christus”, zu einem “Gespräch mit Gott”. Hier liest der Besucher vom Evangelium, von Sünde und Vergebung, von den Zehn Geboten, um anschließend, in Schritt vier, Jesus selbst, seine Mission und die biblischen Prophezeiungen, die auf hinweisen, zu entdecken. Schließlich weist die Seite in einem fünften Schritt auf die persönliche Beziehung zwischen Gott und jedem einzelnen Menschen hin und betont das Evangelium erneut.

Mit all diesen Information im Hinterkopf kann der User sich nun entscheiden: Möchte ich beten? Wenn ja, schlägt “Gottkennen.com” Worte dazu vor. Ein Klick genügt. “Herr Jesus, bitte übernimm du die Herrschaft in meinem Leben und verändere mich so, wie du mich haben willst. Danke, dass du mein Gebet beantwortet hast und jetzt in meinem Leben bist. Amen.”

Eine Million Menschen sagten “Ja” zum Leben mit Gott

Zahlreiche Menschen haben diese Worte bereits gelesen. Den Button “Ja, ich habe dieses Gebet gerade gesprochen”, hatten bis zum 14. Januar eine Million Besucher angeklickt. “Es ist faszinierend zu sehen, dass Menschen sich in der geschützten Umgebung zu Hause oder auch am Arbeitsplatz mit geistlichen Themen auseinandersetzen. Sie machen sich im Internet auf die Suche – und finden Gottkennen.com”, erklärt Andrea Bartels, verantwortlich für die Internetseite, die es auch in mehreren Sprachen gibt.

Denn “Gottkennen.com” ist keine deutsche Erfindung. Der französische Pastor und Internetprofi Eric Celerier hatte die Idee zur Internetevangelisation eines Tages in seiner Garage. “Er merkte, dass man mit nur 14 Sprachen 95 Prozent der Weltbevölkerung erreichen kann”, erklärt Christa Gibbisch, Mitarbeiterin der deutschen “Gottkennen.com”-Seite. So gibt es die Internetpräsenz heute in jenen 14 Sprachen, unter anderem auch auf Türkisch und Arabisch.

“Wir möchten Leute betreuen, die offen sind, Fragen haben und noch keine Christen sind”, erklärt Gibbisch das Prinzip der Seite. Zwar seien dort auch immer wieder Christen vertreten, die ihr Glaubensbekenntnis auffrischen wollen, der Fokus liege aber auf Glaubensneulingen. Deshalb endet die Begleitung der Gottsuchenden auch nicht mit dem Gebet. Besucher der Seite können anschließend ihre Adresse hinterlegen und Beratung anfordern. “Das geht manchmal sogar soweit, dass Betreuer zu den Personen fahren”, weiß Gibbisch. Solche “e-coaches” werden durch “Campus für Christus” geschult.

Großes Ziel der Organisation ist es aber, die Frischbekehrten in Gemeinden zu bringen. “Deshalb möchten wir zukünftig auch verstärkt mit Gemeinden zusammenarbeiten, etwa was Werbung angeht”, verrät Gibbisch. Ganz gezielt wollen die Macher bald auch auf öffentlichen Plätzen werben, damit noch mehr Menschen die Seite anklicken. “Es ist einfach eine gute Sache”, sagt Gibbisch und fährt fort: “Bei uns kann man sich immer reinklicken, selbst nachts, wenn man mal nicht schlafen kann.” (PRO)

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