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Einblicke in verfehlte Integrationspolitik

Die sozialen Bedingungen in den Randzonen französischer Städte sind schwierig. Eine ZDF-Dokumentation zeigt am Mittwoch, dass dort auch radikaler Islamismus ein Rolle spielt.
Von PRO
Französische Vorstädte leiden heute wegen falscher Integrationspolitik

Foto: ZDF/Susanne Freitag

Französische Vorstädte leiden heute wegen falscher Integrationspolitik

Das ZDF widmet sich am Mittwoch, dem 8. April, in zwei Sendungen den sozialen Problemen in den Vororten französischer Großstädte, den sogenannten Banlieues. Aus ihnen stammt nach ZDF-Angaben ein Teil der französischen Dschihadisten. ZDF-Korrespondentin Susanne Freitag berichtet ab 22.15 Uhr zunächst in einem Beitrag des „auslandsjournal“ über die „ungelösten Probleme als Folge einer verfehlten Integrationspolitik“ in den französischen Ballungsräumen. Ab 0.45 Uhr folgt zum gleichen Thema eine 45-minütige Dokumentation unter dem Titel „Frankreichs Vorstädte zwischen Revolte und Religion“. Seit rund zehn Jahren verfolgt Korrespondentin Freitag die Probleme in den „vergessenen Vorstädten“ und berichtet sporadisch über die soziale Situation dort.
Die Dokumentation schildert, dass es in den Randzonen der Städte anfangs vor allem um Kriminalität ging, inzwischen aber radikaler Islamismus zum beherrschenden Thema geworden ist. Die ZDF-Korrespondentin befragt erneut Interviewpartner, die sie in den zurückliegenden Jahren bereits für unterschiedliche Beiträge vor der Kamera hatte. In der Dokumentation schildern Gesprächspartner ihre Probleme in der französischen Gesellschaft.
Laut der ZDF-Programmankündigung liegt ein Grund für die sozialen Schwierigkeiten in den vorstädtischen Ballungszentren in der verfehlten französischen Integrationspolitik der vergangenen fünf Jahrzehnte. Die Banlieues seien nach dem Algerien-Krieg in Windeseile in die Höhe gezogen worden, entsprechend schlecht sei dort die Wohnqualität. Die französische Regierung habe dort vor allem Migranten aus Nordafrika und Gastarbeiter angesiedelt. Mit der Weltwirtschaftskrise und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit seien dann die Probleme aufgebrochen. Freitag sagt dazu: „Da sind Ghettos entstanden, in denen Jugendliche aufwachsen, die sich nie integriert gefühlt haben, weil ihre Eltern schon mit einer Frankreich-Antipathie aus dem Krieg und aus einem kolonisierten Staat kamen.“ Die erste Generation sei schlecht integriert worden, die heutige vierte Generation sei immer noch nicht heimisch geworden. „Es wurde versäumt, ein Frankreich-Gefühl zu erzeugen“, sagt Freitag.
Heute rekrutierten sich teilweise französische Dschihadisten aus eben diesen Vorstädten. Die Situation insgesamt habe sich verschärft. „Es ist schlimmer geworden“, sagt ein Gesprächspartner in der Dokumentation. Viele hätten die Hoffnung gehabt, dass sich etwas ändere, als François Hollande zum Staatspräsidenten in Frankreich gewählt wurde. Diese Hoffnungen hätten sich jedoch weitgehend zerschlagen. Die Bewohner der Vorstädte ziehen sich verstärkt in ihre kleine Gruppe oder ihre Religion zurück. Die schlechte Stimmung habe sich nach den Pariser Attentaten auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ und den koscheren Supermarkt vor drei Monaten noch verstärkt und sei „so schlecht wie noch nie“. (pro)

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