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Ein Medien-Bischof zum Anfassen

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ist in den Rat der EKD-Synode Rat gewählt worden. Der Theologe ist bekannt für seinen offensiven Umgang mit neuen Medien.
Von PRO
Neu im EKD-Rat: Heinrich Bedford-Strohm

Foto: pro

Neu im EKD-Rat: Heinrich Bedford-Strohm

Bedford-Strohm erklärt in Videos im Internet den Arbeitstag eines Bischofs und sorgt für Transparenz. Er kontaktiert auch Menschen über Facebook, die er sonst nicht in der Kirche treffen würde. FAZ-Redakteur Reinhard Bingener konstatiert, dass dieser die Kriterien für den frei gewordenen Posten erfüllt habe: Er sei Lutheraner, leitender Geistlicher und fern des Ruhestandsalters.

Die große Kraft des Glaubens ausstrahlen

Bedford-Strohm steht in der Tradition des früheren EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber. Als Assistent Hubers an dessen Lehrstuhl in Heidelberg hatte der heute 53-jährige Theologe seine Doktorarbeit über „eine theologische Theorie der Gerechtigkeit verfasst“. „Es ist mein Wunsch, mitzuhelfen, dass wir als Kirche die große Kraft des christlichen Glaubens selbst ausstrahlen. Viele Menschen sind auf der Suche nach dem Glück“, erklärte Bedford-Strohm vor einem Jahr im Interview mit dem Christlichen Medienmagazin pro.
Ebenso wie Huber wählte Bedford-Strohm zunächst den Weg in die Praxis und das Pfarramt. Er war Pfarrer im fränkischen Coburg. Nach seiner Habilitation ging er zurück an die Universität Bamberg, wo er das stark an Huber orientierte Konzept einer „öffentlichen Theologie“ vertrat. Die Anschlussfähigkeit seiner Kirche war ihm dabei immer wichtig. Respekt und Lob erhielt der Theologe für sein Mitwirken an bedeutenden Kirchenpapieren. Auch im Weltkirchenrat und dem europäischen Verband GEKE bringt er sich ein.

Ein großes Geschenk

Im pro-Gespräch hob er die Ehrenamtlichen hervor, die Kirche mitgestalten: „Das ist ein großes Geschenk.“ Eine gute Predigt müsse für ihn lebensnah und authentisch sein und mit der Lebenswirklichkeit ihrer Zuhörer zu tun haben. Als Professor habe er sich gewünscht, seine Studenten für Theologie zu begeistern: „Sie sollten spüren, dass es nicht um irgendwelche verstaubten Traditionen geht, sondern dass theologische Erkenntnisse das Leben ungeheuer reich machen. Der Glaube muss gerade für junge Menschen plausibel gemacht werden.“
Kirche hat für Bedford-Strohm immer auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Sie müsse alle Altersgruppen ansprechen und Andersdenkende tolerieren. Die Achtung vor den Fremden und die Gastfreundschaft ihnen gegenüber gehöre zu den Konsequenzen christlichen Glaubens. „Wir brauchen den nötigen Respekt im Umgang der Religionen miteinander“, ergänzt der 53-Jährig. Und noch etwas war dem Theologen im Interview mit pro wichtig: „Neue Medien und Kirchenleitung müssen keine zwei Welten sein“. Da passt es gut ins Bild, dass sich die EKD-Synode im nächsten Jahr mit Kirche und digitalen Medien beschäftigt. Bedford-Strohm wurde mit großer Mehrheit in die Kirchenleitung gewählt. Woran das lag, verdeutlichte ein CSU-Altvorderer, der das SPD-Mitglied wie folgt beschrieb: „Links gewickelt, aber ein kluger Mann – ein kluger Mann!“ (pro)

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